Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955973
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Spätromanischer 
reicher 
Styl. 
rische Gestalten drängen sich aus dem Laubwerke hervor, 
und die Mannigfaltigkeit phantastischer Bildungen giebt 
immer neuen Reiz. Eben so reich sind die Deckplatten 
der Kapitäle, die Gesimse, und an einzelnen Säulen die 
Ringe der Basis geschmückt; sogar die Unteransicht der 
Bögen ist mit anmnthigen, stets verschiedenen Mustern 
ausgestattet Man sieht, der Meister hatrecht eigent- 
lich nach Stellen gesucht, an denen er ohne Störung der 
architektonischen Wirkung noch Schmuck anbringen konnte. 
Ganz ähnlich, Wenn auch minder reich, ist die Ausstattung 
der Klosterkirchen zu Gandersheim und zu Wunsdorf, 
Welche ebenfalls älteren Ilrsprungs gegen das Ende des 
zwölften Jahrhunderts, wahrscheinlich etwas später als die 
Michaeliskirche, erneuert Wurden. Auch die Kirche zu 
Hamersleben, der Kreuzgang zu Königslutter, die 
Krypta der Klosterkirche zu Riechenberg bei Goslar, 
und die Euchariuskapelle an der Aegitlieilkirche zu 
Nürnberg , geben ausgezeichnete Beispiele solcher rei- 
chen und geschmackvollen Ornamentation, welche übrigens, 
wenn sie auch mit der der Schlossbauten in phantastischem 
Reiz und in der Mannigfaltigkeit Wetteifert, in den Kirchen 
überall auf hergebrachten romanischen Motiven beruhet, und 
nichts enthält, was einen maurischen oder sonst fremd- 
artigen Ursprung andeuten könnte. 
Noch reicher, aber auch auffallender und fremdartiger, 
ist die Ausschmücknng des Schottenklosters St. Jacob in 
Regensburg. Die Anlage der Kirche hat nichts Unge- 
wöhnliches. Es ist eine dreischifiige Säulenbasilika ohne 
Querschilf, im Osten durch drei eng aneinander gereihete 
Abbildungen bei Gladbach 
Taf. 
bis 
 Abbildungen bei v. Rettberg, Nürnbergs Kunstleben (1854) 
S. 6,-und bei v. Ghlingensperg a. a. O. Die Anklänge an maurische 
Motive sind hier sehr stark.
        

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