Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955904
Die 
goldene 
Pforte" 
Zll 
Freiberg. 
311 
Seiten übereinstimmend; die äusseren glatt, die nächsten 
geradlinig kannellirt, die beiden folgenden rauten- und 
zickzackförmig, die letzten, an der 'l'hüröti'nu_ng stehenden 
endlich mit gewundener Kannellimng. Das Ganze bildet 
daher eine Steigerung von dem Einfacheren, das der Aus- 
senseite zukommt, zu dem Reichen und Centralen, welches 
den Glanz des inneren Heiligthums charakterisirt, und giebt 
schon an den senkrechten Theilen eine Andeutung der 
Concentratiorl, Welche in den Archivolten ihre höchste Ent- 
wickelung hat. Freiberg, durch die Wenige Jahre vorher 
entdeckten Silberbergwerke wichtig geworden und berei- 
chert, erhielt um 1175 Stadtrechte, einige Zeit darauf wird 
daher auch diese Stadtkirche, Welche im fünfzehnten Jahr- 
hundert die Bedeutung eines Domes erlangte, gegründet 
sein. Sie ist im Jahre 148-1 abgebrannt und bis gegen 
1500 hergestellt; am Chore sind aber [Teberreste des alten 
Baues erhalten, Welche dem Style vom Ende des zwölften 
Jahrhunderts entsprechen, und Nischen auf den Kreuzarmen, 
den Rundbogenfries und an der Vierung des Kreuzes kräftig 
gegliederte, anscheinend schon auf ein Kreuzgewölbe be- 
rechnete Pfeiler erkennen lassen  Ueber die Entstehung 
der in das südliche Kreuzschiff führenden goldenen Pforte 
fehlt es an allen Nachrichten, lllld die Schönheit ihrer For- 
men steht so weit über den anderen Werken dieser Art, 
dass es schwer wird, ihr Alter durch Vergleichung zu 
bestimmen. Sie ist daher der Gegenstand mancher Ver- 
muthungen geworden; man hat sie italienischen Künstlern 
zuschreiben wollen und sogar angenommen, dass, die ganze 
Ausschmückung, an die romanischen Formen eines älteren 
 Herr Professor Heichler in Freiberg, der mich auf einige ver- 
borgene, von den Besehreibern der Pforte bei Puttrieh a. a. O. ganz 
unbemerkt gebliebene Spuren des alten Baues aufmerksam machte, wird 
wahrscheinlich über dieselben Weiteres veröffentlichen.
        

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