Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955891
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Sachsen. 
Thiergestalt bestehend, benutzt; in Vessera und Altenzelle 
ist es indessen geöffnet, um die Höhe des Dmchganges 
zu steigern. Bei den einfacher gehaltenen und tieferen 
Portalen sind beide Gewände symmetrisch, bei verzierten 
Säulenstämmen dagegen hat man die Mannigfaltigkeit des 
Ornaments der Symmetrie vorgezogen. 
Unendlich bedeutender als alle diese Werke und viel- 
leicht die glänzendste Leistung romanischer Portalbildung 
ist die berühmte goldene Pforte zu Freiberg im Erzge- 
birge, die ich hier anführe, obgleich sie wahrscheinlich erst 
im zweiten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts entstanden 
ist Fünf Säulen mit reich verzierten Stämmen und 
Kapitälen stehen auf jeder Seite der Vertiefung des Por- 
tals, zwischen ihnen in den ausgekehlten Ecken auf klei- 
neren Säulchen je vier Statuen von etwa halber Lebens- 
grösse; darüber kreiset die zehnfach gegliederte Archivolte, 
über den Säulen in Rundstäben, die wie die Stämme ver- 
ziert sind, über den Statuen mit Reihen kleinerer Figuren 
von Engeln, Heiligen, Auferstandenen. Diese an sich 
schon glänzende und wirksame Anordnung erhält aber 
durch die unübertreffiiche Ausführung einen sehr viel hö- 
heren VVerth. Ich werde auf die nähere Betrachtung des 
Bildwerks später zurückkommen und habe es hier nur mit 
dem AYClIlÜBkIOHlSClIBII zu thun, aber auch dies ist von so 
überraschender Schönheit, dass es den edelsten Schöpfungen 
aller Zeiten an die Seite gesetzt werden kann. Die Ka- 
pitäle sind sämmtlich kelchförmig, mit prachtvollem, unter 
der Deckplatte Vßllliißllällnllßll und kräftig ausladendem Blatt- 
werke, die Gesimse mit einem fein stylisirten Rankenge- 
winde geschmückt. Die Säulenstämme sind auf beiden 
ü) Die Abbildungen bei Puttrich, Abth. I, Bd. 1, sind im Gan- 
zen treu, gestatten aber doch nicht eine Beurtheilnng der feinen Züge, 
die zu einem Urtheile über die Entstehungszeit berechtigen.
        

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