Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955695
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Der 
frühenglische 
StyL 
cher eine schlanke, mit acht schwä- 
cheren Stämmen umstellte Mittel- 
säulg ein achteckiges, übrigens 
aber dem eben beschriebenen ganz 
ähnliches Sterngewölbe trägt. Dies 
kleine Gebäude ist durchweg in 
den reichsten und edelsten For- 
men des englischen Styls gebaut, 
so dass es geradezu als das Pracht- 
und Meisterstück desselben be- 
trachtet 
Werden 
kann. 
Schon 
das 
Portal 
ist 
ausserormlent- 
lich schön; drei ziemlich kräftig gebildete Säulen mit sehr 
frei gearbeitetem Laubwerk sind in die Ecken der Gewände 
eingelegt, ein Bündel gleicher Säulen bildet den Mittel- 
pfeiler. Der Intrados der Bögen ist mit Bogenspitzen 
(feathering, foliation] besetzt, die Archivolte des grösseren 
ist, was in England selten vorkommt, mit in Nischen auf- 
gestellten Statuetten geschmückt, das Vierblatt des Bogen- 
feldes enthielt früher eine plastische Arbeit, Welche aber 
in der Revolution durch Cromwellis puritanische Soldaten 
zerstört ist. Das Innere ist von überraschender Leichtig- 
keit. Der schlanke Mittelpfeiler steigt mit seinen Sälllßhell 
wie ein Wasserstrahl empor, die Fenster, viertheilig und 
mit dem edelsten Maasswerk nach französischem Style 
geschmückt, füllen die ganze Wand zwischen den Strebe- 
pfeilern, deren innere Seite mit dreizehn Säulcheu überreich 
besetzt ist. Die Arcaden über den an der Wand umher- 
laufenden 
Sitzen 
sind 
Wieder 
als 
Baldachine 
behandelt 
und 
mit Bildwerk bedeckt. Thiere sind in dem Blattwerk der 
Kapitäle, Charakterköpfe am Zusammenstoss der Archi- 
volten, darüber endlich Reliefs angebracht, welche die Ge- 
schichte des alten Testaments in sehr dramatischer Behand- 
lung und in freiester Arbeit darstellen. Man erkennt an
        

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