Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955499
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Der 
frühenglische 
Styl. 
bei dem Mangel bedeutender Thürme, dem verticalen Ele- 
ment den nöthigen Ausdruck zu geben Daher zeigt 
sich denn gerade in Bezielnmg auf diesen Wichtigen Theil 
ein Schwanken und Umhertappen, welches bei der son- 
stigen Uebereinstimmung der Meister dieses Styls sehr 
auffallend ist. Die Facade von Salisbury ist, wie schon 
erwähnt, fünftheilig, dergestalt, dass der Giebel des Mittel- 
schiffes und die beiden äusseren Thürmchen mit einander 
correspondiren, die dazwischen gelegenen Frontmauern der 
Seitenschife aber zwar die Gewölbhöhe des Mittelschiffes 
erreichen, dann aber rechtwinkelig schliessen. Arcaden- 
reihen überziehen, wenn auch mit abweichender Eintheilung 
des lllittelschißes, die ganze Mauer. Die Facade von 
Lincoln schliesst sich, jedoch mit Benutzung einer dem 
älteren Bau und seinen Thürmen noch unter der Herrschaft 
des normannischen Styls angefügten Vorhalle, der von 
Salisbury an, nur dass der Giebel des MittelschiHes und 
die Eckthinmcheil hier kleiner und die rechtwinkelig be- 
gränzten Theile vorherrschend sind, auch die Arcadenreihen 
durchlaufende Linien bilden. Dabei aber hat man hier die 
Einförmigkeit jener ersten Facade dadurch zu vermeiden 
versucht, dass man den Zugang der drei Portale mit offe- 
nen, iuigefähr der Höhe der verschiedenen Schiffe entspre- 
chenden Hallen versehen hat, Welche dann mit den tiefen 
Schatten ihrer Höhlung die flache Mauer des ganzen Vor- 
baues unterbrechen und beleben. Vielleicht gab dieser 
Versuch die Anregung zu der sehr eigenthümlichen An- 
lage der Facade von Peterborough. Hier begränzeil 
nämlich die Wiederum seitwärts gestellten und mit spitz- 
bogigen, ziemlich barock angeordneten Arcaden bedeckten 
k) Die nach dem englischen Systeme angelegte Faqade der Ka- 
thedrale von Rouen ist 188, die von Wells 147 FUSS breit, während 
die von N. D. von Paris 136, die ven Amiens gar nur 116 Fass Breite hat.
        

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