Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955434
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Frühenglischer 
Styl. 
teren Kapelle Heinrichs VII. gewichen ist. Die Kreuz- 
schiffe haben nicht bloss, wie iniEngland gewöhnlich, in 
Osten, sondern auf beiden Seiten Nebenschiffe und sind 
von starken, doppelten Strebebögen gestützt, die wir in 
englischen Bauten nicht kennen; ihre Faeaden haben präch- 
tige Rosenfenster und hohe, schlanke Portale mit dem 
Mittelpfeiler, geradem Deckbalken und spitzem Bogenfelde, 
die sehr verschieden von den niedrigen und bis unter den 
Bogen geöffneten Portalen des englischen Styls sind. Die 
Pfeiler, aus acht Halbsäulen gebildet und von zwei Ringen 
umfasst, gleichen zwar einigermaassen den englischen Bün- 
delpfeilern, aber sie sind bedeutend höher und schlanker 
und von dem Kapitale der Mittelsäule steigt ein starker 
Dienst zum Gewölbe hinauf. Der Abstand der Pfeiler ist 
verhältnissmässig kleiner als in den englischen Bauteil, die 
Arcaden sind steiler und höher und scllliesseil sich mit 
kräftigerer Gliederung dem Pfeiler an; die grossen Pfeiler 
am Kreuze haben das in England ungewöhnliche Eckblatt 
der Basis. Auch das Triforium ist anders gebildet und die 
zweitheiligen Fenster geben das früheste Beispiel des bis- 
her in Erlglarxd noch unbekannten französischen Maass- 
Werks  Mit einem Worte, wir glauben eine franzö- 
sische Kathedrale zu sehen, und linden bci näherer Be- 
trachturlg nur einzelne Concessionen, welche dem engli- 
schen Herkommen gemacht sind , z. B. die tellerförmigen 
Kapitale, die Scheitelrippen der Gewölbe. Höchst wahr- 
scheinlich befanden sich unter den Architekten, welche nach 
der Erzählung eines gleichzeitigen und glaubhaften Chro- 
nisten der König , bevor er zum Bau schritt, herbeigerufen 
hatte  auch Franzosen, deren Entwurf den Vorzug 
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F") Wie dies Edmund Sharpe, Treatise ( 
don 1849, ausdrücklich anerkennt. 
w") Matth. Paris. Hist. p. 661. Eodem 
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