Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955402
VVells. 
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Zweifel erst im vierzehnten Jahrhundert gebaut, Kreuz und 
Schilf stammen dagegen im Wesentlichen aus dieser Epoche 
und enthalten manches Abweichende. Die Pfeiler haben 
nämlich einen runden Kern, an welchen statt der vorsprin- 
genden acht Säulen ebenso viele Bündel von drei überaus 
dünnen Stäben angelegt sind, deren Kapitäle denn auch 
einen gemeinsamen Schmuck von überfallenden Blättern 
haben. Diesen Säulenbündeln entsprechend besteht denn 
auch die Profilirung der sehr steilen und hohen Scheid- 
bögen aus mehreren gesonderten Gruppen dünner Rund- 
stäbe, so dass hier wie dort der kräftige Ausdruck tra- 
gender und wölbender Function völlig verschwunden ist. 
Das 'l'riforium wird durch sehr hohe einfache Lancetbögen 
gebildet, welche ununterbrochen und ohne die geringste 
Andeutung der Stelle des Pfeilers fortlaufen, und mit einem 
geraden Gesirnse bedeckt sind, auf welchem die Gewölb- 
träger, kurze Cyliilder mit grossem Kapitäl, dergestalt auf- 
stehen, dass sie wie der obere Theil einer hinter dem Tri- 
forium stehenden und von demselben verdeckten Halbsäule 
erscheinen. 
Es 
fehlen 
mithixl 
nicht 
ll lll' 
die 
durchlaufenden 
und die VVand nach den G-ewölbfeldern abtheilenden Dienste, 
sondern das mächtige horizontale Band des Triforiums macht 
auch die entfernte verticale Beziehung zwischen den Pfeilern 
und Kreuzgewölben völlig unwirksam. Der Ruhm dieser 
Kathedrale beruht auf ihrer weiter unten zu erwähnenden 
Faoade und auf der Schönheit der Sculpturen, welche theils 
an dieser Westfront, theils auch im Innern, allerdings nicht 
immer an geeigneten Stellen, angebracht sind, die Anord- 
nung des Innern ist keinesweges rühmenswerth. 
Vom Boden aufsteigende Dienste sind in dieser Epoche 
überaus selten. Sie finden sich, soviel mir bekannt, nur 
in zwei in den südlichsten 'l'heilen von England gelegenen 
Kirchen, in dem schönen Chor der Kathedrale von Ro-
        

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