Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955332
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Frühenglischer 
Styl. 
bäudes im VVesentlicherl vollendet. Das Langhans und die 
Facade Wurden später, der Thurm erst im vierzehnten 
Jahrhundert ausgeführt, indessen sind diese späteren Theile 
mit den älteren soweit übereinstimmend, dass das Ganze 
Wie aus einem Gusse erscheint und mit Recht als ein 
Muster des frühenglisehen Styls betrachtet wird. Richard 
Poore War aus der Normandie gebiirtig, mrd es wird aus- 
drücklich berichtet, dass er berühmte Werkleute von jen- 
seits der See herbeigemfeir habe  allein, wenn dies 
Wirklich französische Baumeister, nicht etwa blosse Gehülfen 
und Steinmetzen waren, so War doch ihr nationaler Ge- 
schmack hier nicht mehr maassgebend. Reminisceilzen oder 
gar Uebertragungen aus französischen Gebäuden, wie sie 
WVilhelm von Sens in Canterbury wagte, kommen hier 
überall nicht mehr vor. Es ist ganz dieselbe charakteri- 
stisch englische Auflassung des gothischen Styls, welche 
wir an den beiden oben genannten Bauten und gleich darauf 
an vielen Kirchen in den verschiedensten Gegenden Eng- 
lands wiederfinden. Die Anordnung ist sehr einfach und 
übersichtlich; ein Langhaus von zehn Arcaden, dann mit 
geringeln Zwischenraume zwei Querschiffe, das östliche 
wie immer weniger ausladend, beide nur auf der östlichen 
Seite mit einem Seitenflügel, darauf endlich der nur aus 
vier Arcaden bestehende grade geschlossene Chor und die 
in den englischen Kirchen gewöhnlich am Ostende ange- 
brachte Kapelle der h. Jungfrau. In dieser Weise erreicht 
das Gebäude die bedeutende Länge von 474 englischen 
Fuss, Während die Breite des Langhanses nur 78, die der 
Faeade ungeachtet ihrer beiden seitwärts ausladenden 
Thürmchen nur 112, die Länge des grösseren Kreuz- 
H4) So wenigstens Godwyn, ein Schriftsteller aus Elisabeths 
der aber ältere Quellen gehabt zu haben scheint. Vgl. Winkles I, 
und Britton, Cath. Antiqu. V01. I.
        

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