Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-955206
Die 
Kathedrale 
VOIl 
Canterbury. 
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ider beschädigten Theile das neue Werk Zu gefährden, er- 
muthigt sie aber auch und schreitet sogleich mit Vorar- 
beiten vor, indem er Steine herbeischafft, Maschinen zu- 
rüstet und den Steinmetzen Vorbilder zur Bearbeitung des 
Steines übergiebt  Im zweiten Jahre ist er schon so- 
weit gediehen, dass er die Aufrichtung des Gebäudes be- 
ginnen kann. Er geht dabei von der Vierung des Kreuzes 
aus, welche nebst dem grossen Mittelthurme, der auf ihr 
ruhete, erhalten war, schreitet also von Westen nach Osten 
vor. Hier errichtet er noch in diesem Jahre sechs Pfeiler, 
drei auf jeder Seite nebst den entsprechenden Mauern der 
Seitenwände, und vollendet auch sofort die dazu gehörigen 
sechs Gewölbe der Seitenschiffe. Im folgenden Jahre fügt 
er auf jeder Seite zwei Pfeiler hinzu, ist also bis zum 
östlichen Kreuzschiffe gelangt, überwölbt auch hier die 
SeitenschiHe, führt dann die Mauern des Obersehiffes auf 
und vollendet sogar noch die Gewölbe desselben, nämlich 
zwei quadrate und ein schmales Gewölbe, welche so den 
fünf Arkaden, die er bisher errichtet, entsprechen. Man 
sieht, er fördert sein VVerk. Im vierten Jahre arbeitet er 
jenseits des östlichen Kreuzschiffes weiter, errichtet zehn 
Pfeiler nebst den entsprechenden Mauern und Seitengewöl- 
ben und den Wänden des Mittelschiffes, stürzte aber nun, 
als er das obere Gewölbe beginnen wollte, vom Gerüste 
herab, und beschädigte sich so, dass er das Bette hüten 
musste. Aber auch von hier aus leitete er den Fortbau, 
indem er sich eines jungen Mönchs, der bisher schon als 
Aufseher beim Bau mitgewirkt, bediente. So wurden die 
östlichen Kreuzarme angelegt und zwei quadrate Gewölbe 
des Chores vollendet. Im fünften Jahre verzweifelte Mei- 
W] Formas quoque ad lapides formandos bis qui convenerant 
sculptoribus ttadidit. Es mag dahin gestellt sein, ob darunter Vor- 
zeichnungen oder hölzerne Formen verstanden sind. 
V. 16
        

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