Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954934
214 
Belgien. 
zehnten Jahrhundert entstellt, lässt noch ihre ursprüngliche 
romanische Anlage erkennen, die mit doppelten Fenster- 
reihen in der Linie der Gallerie und der Oberlichter und 
mit 
zwei 
Rundthünnchen 
an 
den 
Eck en 
des 
Oberschiffs 
verziert war  Hinter ihr erstreckt sich das Langhaus, 
mit drei den Seitenschiffen, der Gallerie und dem Ober- 
schiffe entsprechenden Fensterreihen, die zum Theil mit 
Säulchen und Archivolten reich geschmückt sind. Dann 
zwischen den Eckthürmen der Vierung die Kreuzarme, hier 
als hohe schlanke Concheil gestaltet, und endlich der herr- 
liche, hohe und schlanke gothische Chor. Die Dimensionen 
sind durchweg höchst bedeutend, die Länge des Lang- 
hauses und Kreuzschiffes schon 210, die des gewaltigen 
Chors nur etwa um 30 Fuss geringer, die vordere Breite 
des Langhailses 85 Fuss. Betrachten wir nun das Innere, 
so ist es in seinen Theilen merkwürdig verschieden. Das 
Langhaus ist durchaus rundbogig, eine Pfeilerbasilika mit 
einer Gallerie über den SeitenschiHen, deren Arcaden sich, 
wie in den normannischen Kirchen des elften Jahrhunderts, 
mit gleicher Höhe und Breite Wie die unteren Pfeiler 
öffnen. Diese Pfeiler und ihre fast hufeisenartig geschwun- 
genen Bögen sind sowohl unten als an der Gallerie über- 
aus kräftig und reich gegliedert, die Kapitäle ihrer Säulen 
mit Voluten, Arabesken, Blattwerk oder Gestalten in vor- 
treftlicher Sßlllptlll" sehr mannigfaltig und verschieden ge- 
schmückt WF), die Basis mit dem Eckblatt ausgestattet. 
Ueber diesen beiden Stockwerken läuft ein niedriges rund- 
bogiges Triforium, dann die Reihe der in ihrer Zahl den 
Arcaden entsprechenden breiten, äusserlich mit Säulchen 
geschmückten Oberlichter. Die ganze einfache, regelrechte 
ü] So ist sie nach der Restauration 
Schayes II, 114 gegeben. 
 Beispiele bei Schayes, p. 27. 
des 
Renard bei 
Architekten
        

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