Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954853
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Lothringen. 
und fünfzehnten Jahrhundert vollendeten Facarle, durchweg 
frühgothische Formen, kantonirte Säulen mit durchlaufenden 
Diensten wie in Amiens, zweitheilige Fenster mit ein- 
fachem Maasswerk wie in N. D. von Paris. Auch die 
sehr bedeutenden Verhältnisse deuten schon auf einen VVett- 
eifer mit den französischen Kathedralen de). Dagegen finden 
sich auch mehrere Spuren einer Reaction deutscher Sitte 
gegen den fremden Styl. Der Chor ist ohne Umgang, 
mit sieben Seiten des Zehnecks geschlossen, in denen hohe 
Fenster aufsteigen; die Seitenschitfe haben im Verhältnisse 
zum Mittelschilfe eine grössere Höhe, als man ihnen in 
den französischen Kirchen seit der Fortlassung der Gallerien 
gegeben hatte. Den erhaltenen Nachrichten zufolge bestand 
der Chor schon um die Mitte, Während die Vollendung 
des Laughauses erst später, gegen das Ende des drei- 
zehnten Jahrhunderts erfolgte  Der schöne Krenzgang 
mit sehr einfachem Maasswerk erinnert an den des Trierer 
Doms und wird wie dieser noch in der ersten Hälfte des 
Jahrhunderts entstanden sein. Diese Mischung französi- 
scher und deutscher Form erhielt sich denn auch in dieser 
Gegend. Die Kirche St. Vincent zu Metz, wahrschein- 
lich im Jahre 1'248 begonnen, hat noch ziemlich frühe 
Formen, steile Spitzbögen, Gewölbrippen, in deren Profil 
der einfache Puurdstab vorherrscht, schmale, zweitheilige 
P1) Bei einer Breite des Mittelschiffs von 38, der Seitenschilfe 
von 20 Fuss, erreicht die Gewülbhühe dort etwa 110, hier 63 Fuss. 
 Gallia christiana XIII, col. 1014. Bischof Roger (1231-1252) 
stiftete zufolge seines Nekrologs gemalte Fenster im Chore (in cancellario- 
hujus ecclesiae). Bischof Conrad (1271-1296) bestimmte jedoch mit 
Zustimmung des Kapitels im Jahre 1280 (Revue areheologique 1848, 
S. 136) gewisse Einkünfte für die Dauer von drei Jahren zur Vollen- 
dung der Kirche, namentlich der Gewölbe. Abbildungen und Beschrei- 
bungen in Grille de Beuzelin, Statistique monumentale des Arron- 
dissements de Toul et de Nancy, 1837; eine Innenansicht bei Chapuy 
moyen age monum., Nro. 308.
        

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