Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954780
Die 
Kirche 
Zll 
Dorat. 
199 
lichen, waren indessen doch schon an einigen Stellen an- 
gewendet, Wahrscheinlich durch klösterliche Vermittelung. 
Dies zeigt die merkwürdige Kollegiatkirche von Dorat 
(Haute-Vienne) in der ehemaligen Provinz ltlarche, nahe 
an der Gränze des Poitou gelegen, jetzt der Sitz eines 
Seminars. Die grosse und vollständig erhaltene Kirche hat 
die gewöhnliche Anlage; ein Langhaus mit schmalen Sei- 
tenschiffen, den Chor mit Umgang und drei radianten, das 
Kreuzschiff mit zwei anderen, dem Chore parallelen Ka- 
pellen. Unter dem Chore in seiner ganzen Ausdehnung 
liegt eine Krypta. Auf der Vorhalle des Mittelschilfes er- 
hebt sich ein schwerer, fast quadrater Thurm, auf der 
Vierung des Kreuzes ein schlankerer, achteckiger, dessen 
Kuppel im Innern ungefähr 100 Fuss über dem Boden 
liegt, und dessen steinerner Helm, offenbar das Werk 
einer etwas späteren Zeit, die Höhe von 190 Fuss er- 
reicht. Die Seitenschiße sind mit romanischen Kreuzge- 
Wölben, das Mittelschiff ist mit einem spitzbogigen, durch 
Quergurten verstärkten Tonnengewölbe bedeckt. Schwere, 
viereckige, auf jeder Seite mit einer Halbsäule besetzte 
Pfeiler trennen diese Schitle, Während im Chor monolithe 
Rundsäulen stehen. Die inneren Arcaden sind spitz, die 
Fenster meistens rundbogig, nur am Chore mit kleinen 
Säulchen versehen, die Facade ist dagegen mit stumpfge- 
spitzten Blendarcaden überzogen, und das Westportal von 
vier vertieften Archivolten überwölbt, welche, wie es im 
mittleren Frankreich nicht selten vorkommt ü), in einer den 
rheinischen Fächerfenstern ähnlichen Weise gebrochen und 
in mehrere kleine Bögen (hier in sieben) aufgelöst sind. 
 Graf Montalernbert (Ann. arch. XIII, p. 327) führt Kirchen 
zu Menat und St. Hilaire-la-Croix, beide im Dep. Puy de Dome, an, 
Welche, obgleich seiner Ansicht nach aus der ersten Hälfte des zwölften 
Jahrhunderts herrührend, diese Verzierung haben. Auch an der Ka- 
thedrale von Puy findet sie sich.
        

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