Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954749
Kathedrale 
VOD 
Poitiers. 
195 
"schiffen mit einer schwachen Brüstungsmauer, über dem 
Mittelschiffe mit einem niedrigen Giebel bekrönt ist. Die 
Seitenwände des Chors und das Kreuzschiff haben zwi- 
schen den sehr mächtigen Strebepfeilern hohe gekuppeltß 
Rundbogenfenster. Jenseits des Kreuzes ist diese Anord- 
nung fortgesetzt, nur dass die Fenster hier theils gekup- 
pelt und in Lancetform, theils zweitheilig mit einfacherem, 
theils vier- oder seehstheilig mit reicherem ltlaasswerk 
gebildet sind, und dass die Mauerkrönung statt der ein- 
fachen Kragsteine des älteren Baues ein mit gothischeln 
Blattwerk verziertes Gesims, statt der schlichten, undurch- 
brochenen Brüstungsmauer eine Balustrade von Vierpässen 
erhalten hat. Wir sehen daher in der Verschiedenheit dieser 
Theile, besonders in der der Fenster, das Fortschreiten 
des Baues von Osten nach Westen, gewissermaassen eine 
fortlaufende Geschichte der Fensterbildung. Die Facade, 
von zwei 'l.'hürmen ungleicher Grösse und Stellung flan- 
kirt, namentlich ihre drei reichgesclnnückten Portale und 
die grosse Rose, gehören dem vierzehnten Jahrhundert an, 
Während zwei andere, am Langhause nächst den Kreuz- 
armen angebrachte Eingänge mit ausserordentlich schöner 
Sculptur aus dem dreizehnten stammen möchten. Im In- 
neren ist zunächst eine sehr zierliche Arcatur zu erwähnen, 
Welche, im ganzen Bau gleich, an den Aussenwäntlen an- 
gebracht ist und in jeder Travee aus vier rundbogigen 
Blenden besteht, die ein Gesimse tragen und so einen 
schmalen Umgang unter den Fenstern bilden. Die Krag- 
steine dieses Gesimses sind sämmtlich mit zierlich gearbeiteten 
Figürchen von höchst verschiedener Bedeutung geschmückt, 
theils Engel und symbolische Gestalten, theils Karrikatureil 
und Burleskelt. Die Pfeiler sind viereckigen Kerns mit 
vier Front- und vier Ecksäulen, mit Eckblättern und Knos- 
penkapitälexi. Die Gewölbegurten sind durchweg breit, 
13'?
        

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