Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954739
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Aquitanien. 
und runter einem Dache haben. Erst als der gothische 
Styl, dem dies fremd war, zur Anwendung kam, wird 
man daher daran gedacht haben, wenigstens dem Lang- 
hause die gewöhnliche Anlage zu geben, ein Plan, auf 
den man dann Wiederum später verzichtete, um die endliche 
Vollendung der Kirche nicht länger aufzuhalten  Auf 
diese Weise entstand denn hier die Anlage gleichhoher 
Schilfe, die sich , ausserdem in Frankreich, in keiner Ka- 
thedrale, ja selbst bei keiner grösseren Kirche findet im]. 
Chor und Kreuzschifi" sind noch durchaus rnndbogig, 
von gewaltiger Mauerdicke, innerhalb welcher in den drei 
Schiffen des Chores und in den Kreuzarnlen auf der öst- 
lichen Seite Nischen angebracht sind. Dieser ältere Theil 
des Gebäudes hat ein ziemlich kriegerisches, aber nicht 
lmgefälliges Ansehen; der Unterbau steigt ohne Fenster 
oder sonstige Belebung bis zu bedeutender Höhe auf, wor- 
auf dann erst auf einem kräftigen, aber durch eine einfache 
Welle gebildeten Gesimse das etwas zurücktretende Stock- 
werk der ziemlich hohen Fenster ruht. An der Chorwand 
stehen hier drei, den Schiffen entsprechende, Weite, rund- 
bogige Fenster, deren Kämpfergesimse durch eigenthüm- 
liche, in die Mauer eingelassene Zwergsäulcn mit dem 
Gesilnse des dritten Stockwerks verbunden ist, welches 
dann durch schlanke Blendarcaden belebt, an den Ecken 
von achteckigen 'l'hürmchen flankirt und über den Seiten- 
a) Der Verfasser der oben angeführten weitläufigen Monographie be- 
rührt diese Frage mit keiner Sylbe, erwähnt indessen bei der genauen Be- 
schreibung des ganzen Baues einer oberhalb der Gewölbe auf den Pfeilern 
des Schiffes ruhenden Mauer mit Oeffnungen, welche jetzt das Dach stützt. 
Eine Sachverständige Untersuchung würde vielleicht die Ueberzeugung 
gewähren, dass sie für das OberschilT bestimmt gewesen, aber auch, 
dass sie sich oberhalb des Chores nicht findet. 
M) An kleineren Kirchen sollen sich auch in Frankreich gleich- 
hohe Schiffe finden; man hat mir namentlich die Kirche von Verman- 
unfern Auxerre, 
12011 , 
genannt.
        

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