Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954669
Beauport, 
Dol 
und 
Pol 
vde-Läon. 
187 
um 1250 erbaute Refectorium, Welches bei aller Eleganz 
gothischeil Styls noch rundbogige Fenster hat. 
Die Kathedrale von Dol k) ist völlig englischer An- 
lage; ein Kreuzbau mit fast gleicher Länge des Langhauses 
und des Chor-es, rechtwinkeliger Chorschluss mit einem 
grossen achttheiligen Fenster, dahinter eine kleinere Ka- 
pelle der Jungfrau. Die Pfeiler sind im Schiffe aus vier, 
im Chor aus zehn Säulen zusammengesetzt, und tragen 
mit einem überschlanken, vom Boden aufsteigenden Stamme 
die Gewölbe. Auch die Kapitäle und Deckplatten und die 
Details des Triforiums gleichen englischen Bauten. Nur 
die Leichtigkeit der Strebebögen ist diesen fremd. Die 
Kirche ist, mit Ausnahme der Portale und zum Theil der 
'l'hürme, ganz in gleichem frühgothischen Style gebaut und 
wird gegen das Ende der Epoche angefangen sein. 
Auch an der Kathedrale von St. Pol-de-Leon, deren 
Chor und Frauenkapelle erst aus dem vierzehnten Jahr- 
hundert stammen, Während im Schiff die romanischen 
Pfeiler des älteren Baues benutzt sind, findet sich Maass- 
werk englischer Form. Diese Einwirkung des englischen 
Styls ist , da ein enger politischer Zusammenhang ilicht 
bestand, nur durch den keltischen Nationalcharakter zu er- 
klären, welcher dieser Gegend fortwährend eine Hinneigung 
zu dem benachbarten Insellarlde gab. 
Auch in den südlicher gelegenen Provinzen des We- 
stens, die sich von den Gränzen der Bretagne und Nor- 
mandie bis an die Garonne erstrecken, im vormaligen Her- 
zogthum Aquitanien, fand der gothische Styl Wenig 
Anklang. Bei den hier gehaltenen Versammlungen fran- 
zösischer Antiquare mussten die einheimischen Alterthums- 
freunde die Frage nach dem Wlorhandenscin frühgothiscller 
 Merimee S. 170 und Caumont S. 458.
        

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