Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954601
Narbonne, 
Beziers, 
Carcassone. 
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aufgegebenen Versuch gemacht, Kreuzschiff und Langhaus 
hinzuzufügen. Auch an diesem ausgezeichneten Gebäude 
bemerkt man aber in einzelnen 'l'heilen südliche Eigenthüm- 
lichkeiten. Die Thürme, Welche neben dem Chore auf- 
steigen, sind schwerüillig; die Strebepfeiler bilden nicht 
Fialen, sondern schliesserl achteckig mit zinnenartiger Be- 
krönnng und sind überdies auffallenderweise durch Arcaden, 
Welche wie Brücken von einem Pfeiler zum anderen ge- 
zogen sind , verbunden. Die beiden anderen Gebäude, 
Welche man als die ausgezeichnetsten Leistungen des gothi- 
sehen Styls in dieser Gegend nennt, die Kathedrale St. 
Nieaise zu Beziers und die östlichen Theile der Abtei- 
kirche St. Nazaire zu Carcassone, sind erst am Ende 
des dreizehnten Jahrhunderts begonnen und gehören daher 
grösslentheils dem folgenden an. Das Langhaus von St. 
Nazaire ist romanisch, wenn auch schwerlich in seiner 
jetzigen Gestalt aus der Weihe von 1096, mit schweren 
Pfeilern, theils cylindrisch, theils eckigen Kerns, im Mittel- 
schiff mit spitzbogigcm, in den Seitenschiffen mit halben 
Tonnengewölben. Im Jahre 1269 Wies König Ludwig IX, 
vielleicht als einen Beweis seiner wiederkehrenden Gunst 
gegen die nach einer Empörung besiegte Stadt, den Platz 
zlu- Errichtung eines Kreuzsehiffes und Chores an, doch 
wurde das Werk erst seit dem Jahre 1299 eifriger be- 
trieben. Die Ausführung ist fast überrnüthig kühn; neben 
den Wänden des Kreuzes steigen freistehende, übersehlanke 
Säulchen, zu schwach um tragend zu dienen, zum Ge- 
wölbe auf, und die hohen Fenster der Apsis stehen so 
dicht an einander gereiht, dass das Auge die dünnen Wand- 
pfeiler kaum bemerkt. Aber das Maasswerk dieser Fenster 
lmd der beiden grossen Rosen des Kreuzschiffes hat schon 
nicht mehr die Reinheit des nördlichen Styles, Während 
am Aeusseren des Chors noch Kragsteiile in Gestalt von
        

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