Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954535
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Normandie. 
und die Anordnung des Maasswerks mit parallelen Bögen, 
wie wir sie in England näher kennen lernen werden, auch 
hier häufig vor  Jedenfalls aber besteht, vermittelst der 
Nachwirkungen des beiden Ländern gemeinsamen früheren 
normannischen Styls, eine gewisse Verwandtschaft des 
Geschmacks. Das Lancetfenster bleibt beliebt, die Orna- 
mentation behält den scharfen, eckigen Charakter der frü- 
heren normannischen Schule, der Zickzack, der frei gear- 
beitete gebrochene Stab werden noch häufig angewendet. 
Selbst der ungeregelte Gebrauch menschlicher und thieri- 
scher Köpfe kommt noch vor; in der Kirchewon Dom- 
blainville vertreten sie an schlanken gothischen Säulchen 
die Stelle des Kapitäls M). Die Facaden lassen in den 
Gruppen ihrer Fenster noch immer das Vorbild des Styls 
von St. Etienne erkennen, nur dass die Fenster jetzt lan- 
cetförmig und reicher gegliedert sind. Endlich bleibt der 
Thurm auf denVierung des Kreuzes, der im französischen 
Style seine Bedeutung verlor, hier wie in England im Ge- 
brauche. Dabei wird aber die Ausbildung der Thürme hier 
mit besonderer Vorliebe gepflegt; sie erhalten, selbst bei 
kleineren Kirchen, reich gegliederte Schallöffirungen und 
einen hohen und schlanken steinernen Helm, und kommen 
in dieser Gestalt und mit vielfachen Veränderungen so 
häufig vor , wie in keinem anderen Lande. 
Den entschiedensten Gegensatz gegen die Normandie 
bilden die südlichen Provinzen, Provence und Languedoc. 
Wenn jene den neuen Styl bereitwillig empfing und sich 
vollkommen aneignete, verhielten diese sich selbst dann 
a") Vergl. ein Beispiel der letzten Art aus 
drale von Bayeux in Caumontfs Abäcödaire I, p. 
 Caumont im Bull. monum. XV, p. 99. 
dem 
316. 
Chor 
der Kathe-
        

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