Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954484
Chor 
VOH 
Etienne 
in 
Caen. 
169 
Halbkreise de]. Die ganze Anlage ist sinnreich und die 
Ausführung von grosser Frische der Empfindung, aber 
allerdings mit einer mehr decorativen Richtung, und es ist 
bemerkenswerth, dass sie, obgleich sie offenbar nicht ohne 
Kenntniss der französischen Bauten von St. Remy in 
Bheims, Chälons oder Noyon entstanden ist, dennoch nur 
Strebepfeiler, aber keine Strebebögen hat. 
Der Dom zu Bouen, das mächtigste Gebäude der 
Normandie, ist das Werk vieler Jahrhunderte. Er War 
im Jahre 1200 abgebrannt, erst 1207 wurde der Beschluss 
der Herstellung dem uneinigen und Widerstrebenden Ka- 
pitel durch päpstliche Sendschreiben abgenöthigt. Das neue 
Gebäude war unter der Leitung des Baumeisters Ingcl- 
ramnus, welcher 1214 auch an der Abteikirche zu Bec 
arbeitete, um 1235 schon so weit vorgeschritten, dass der 
Erzbischof darin begraben werden konnte. Die Einwei- 
hung erfolgte indessen erst 1280, und einzelne Theile 
wurden noch später, die Faeaden und 'l'hürme sogar erst 
im fünfzehnten Jahrhundert vollendet im). Diese Spätzeit 
 Die ganze Choranlage zeigt die Vorliebe für den Halbkreis. 
Die halbrunden Kapellen und die Strebepfeiler zwischen ihnen sind so 
angeordnet, dass die Scheitelpunkte der ersten und die äussersten En- 
den der letzten innerhalb einer durch sie angedeuteten Halbkreislinie 
liegen; diese Linie ist dann weiter oben in der Bedachung des Kapel- 
lenkranzes wirklich dargestellt, indem von den Anssenseiten der Strebe- 
pfeiler bis zu einer Console in der Mitte der Kapellennischen Bögen 
gezogen sind, welche ein halbkreisförmiges Gesims und Dach tragen, 
das sich über die eingehenden Winkel zwischen den Nischen und 
Strebepfeilern fortzieht. Diese Arcatilr erscheint dann verdoppelt und 
bereichert an den sich durchsehneidenden Bögen der Gallerie, und die 
ganze Choranlage giebt also in allen drei Stockwerken (und zwar, da 
keine Strebebögen bestehen, unverdeckt) die Kreisform. 
 Den Brand bekunden Sigeb. Ohren. p. 102, und das Chron. 
Rotomag. bei Labbeus. Das Uebrige erzählt die Gallia Christ. Vol. XI, 
col. 58  62. Weitere Nachrichten bei Gilbert, Description historique 
de 1a cath. de Rouen, 1837. Chapuy moyen age monumental Nro. 37 
die Faeade, Nro. 56 das Innere.
        

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