Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954440
Erste 
gothische 
Bauten. 
165 
und die darüber befindliche Gallerie haben je zwei Fenster, 
welche unter einem fünftheiligen Gewölbe stehen und durch 
dessen Stütze von einander getrennt sind; eine eigenthüm- 
liche, an die sechstheiligen Gewölbe des früheren einhei- 
mischen Styles erinnernde Anordnung. Die Beibehaltung 
der Gallerie und die Verbindung von Rundpfeilern und 
steilen Spitzbögen lassen darauf schliessen, dass die öst- 
lichen Theile bis zum Jahre 1200 und nach dem Vorgange 
der älteren französisch-gothischen Bauten entstanden sind, 
während die westlichen Traveen mit kantonirten Säulen 
und primitivem Maasswerk erst dem 
gleichzeitig sein können. 
Der Neubau der Abteikirche zu 
Dome 
VOII 
Rheims 
Eu 
soll 
bald 
nach 
1186, WO die Reliquien eines kurz vorher im Kloster ver- 
storbenen heiligen Bischofs zahlreiches Zuströmen des 
Volkes verursachten, begonnen und um 1226, wo diese 
Reliquien im Chore beigesetzt Wurden, vollendet sein. Ein 
Brand vom Jahre 1426 hat nicht die Erneuerung des gan- 
zen Gebäudes 95), sondern nur des oberen Theils des Chors 
und der Faeade herbeigeführt. Die Kreuzarme, ohne Ein- 
gangsthüi- und mit der Theilung in zwei Stockwerke, 
Welche in älteren normannischen Kirchen öfter vorkommt, 
sind noch romanischen Ursprungs. Das Langhaus hat 
zwar durchweg spitze Bögen und Fenster, auch schon im 
Bogenfclde des Triforiums ein Vierblatt, aber mehr roma- 
nische als gothische Details. Die Pfeiler sind viereckigen 
Kerns und durch eine emporenartige Architektur verbunden, 
d. h. durch Gallerieöfihungen, die nur unter das Gewölbe 
des Seitenschifs und nicht in eine wirkliche Gallerie führen, 
F) Wie dies die Gailia christ. XI, col. 293 annimmt. Inkersley, 
a. a. O. p. 235, bemerkt mit Recht, dass diese Nachricht in der Ueber- 
treibung eines auf Erlangung reichlicher Beisteuern berechneten Ablass- 
schreibens ihre Quelle haben werde.  Abbildungen in der Voyage 
dans Yancienne France, Normandie.
        

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