Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954368
Künstlernamen. 
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liche Gesicht, des Dreiecks in einen Pferdekopf, zu er- 
leichtern, oder die Bildung verschiedener runder und spitzer 
Bögen mit derselben Zirkelöffnung herzustellen lehrt. Sehr 
viel beschäftigt er sich mit Maschinen zur Hebung von 
Lasten und zu ähnlichen Zwecken, die indessen noch sehr 
einfach und ziemlich unbeholfen scheinen. Aber bei alledem 
sehen wir doch ein rüstiges, wahrhaft künstlerisches Stre- 
ben, welches zur raschen Förderung der Kunst führen 
musste d). 
Es kann sein, dass Vilars sich vor Anderen durch eine 
theoretische Richtung und bessere Vorbildung anszeiehnete; 
vielleicht erklärt sich dadurch, wenn er nicht frühe gestor- 
ben sein sollte, dass wir ausser dem Dombau zu Cambray 
von anderen bedeutenden Unternehmungen, bei denen er 
mitwirkte, nichts wissen. Allein seine Zeichnungen und 
Studien sind doch so sehr mit den ausgeführten Werken 
anderer Meister verwandt, dass wir bei ihnen Aehnliches 
voraussetzen müssen. Sie waren schon strebende Künstler 
geworden, die sich alle erforderlichen Hülfsmittel zu ver- 
schaffen wussten, sich aus der XVissenschaft aneigneteil, 
was ihnen nöthig War, offenen Sinn für die Schönheit der 
Natur hatten, aber dabei doch stets mit handwerkslnässiger 
Treue und Sicherheit von dem Gegebenen ausgingen. Daher 
tritt uns denn nun auch mit einem Male eine Reihe nahm- 
haftet 
dieser 
und anerkannter Architekten entgegen. 
Epoche sind die Namen noch selten, 
Im Anfange 
den ausge- 
 Ich muss mir versagen, hier weiter auf die Einzelheiten dieser 
für die Baugeschichte dieser Zeit merkwürdigsten Urkunde einzugehen; 
der Aufsatz von Quicherat enthält schon manches Nähere und Lassus 
Werk wird gewiss sehr belehrend werden. In Beziehung auf die Ter- 
minologie will ich nur anführen, dass er mit dem Worte: ogive die 
Diagonalrippen, mit filloles die St-rebepfeiler bezeichnet. Vielleicht 
stammt dieser Ausdruck von dem deutschen Worte Pfeiler und ist in 
der fremdartigen Gestalt von Fiale zu uns zurückgekehrt.
        

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