Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954331
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Französische 
Gothik. 
standen sein kann. Er ist in vielen Ländern gewesen, en 
moult de terres, wie er an einer anderen Stelle sagt. Er 
giebt zwar nur Zeichnungen aus den Kirchen von Laon, 
Rheims, Chartres, Meaux und Lausanne; er war aber viel 
Weiter. Bei einer Studie nach dem 'l'rif0rium von Rheims 
führt er an, dass, als er sie gemacht habe, er nach Ungarn 
gesendet worden ü), an einer anderen Stelle erwähnt er 
des Aufenthalts in Ungarn, der lange Zeit (maint jor) ge- 
dauert habe. Was er dort gemacht, ist zwar unbekannt  
immerhin aber die Nachricht sehr merkwürdig, weil sie 
beweist, dass man französische Architekten in so weite 
Ferne berief, und dass Vilars bedeutend genug war, um 
solchen Ruf zu erhalten. Deutschland scheint er nur flüchtig 
berührt zu haben, wenigstens finden sich keine dort ge- 
machten Zeichnungen. 
Der ganze Inhalt des Manuscripts ist dadurch so an- 
ziehend, dass er uns gestattet, die Künstler dieser Zeit 
gleichsam bei ihren Studien zu belauschen, das Maass 
ihrer Kenntnisse an sich und nicht hloss an ihren Werken 
Zll 
beobachten. 
Man 
ersieht 
daraus , 
dass 
diese 
Studien 
noch ziemlich jung waren. Die Kunst des Zeichnens und 
der Geometrie, auf die unser Vilars so viel Gewicht legt, 
ist noch nicht sehr entwickelt. Seine Grundrisse sind ganz 
verständlich, in den Aufrissen mischt er aber perspectivisch 
gezeichnete Theile in die geometrische Aufnahme. Man 
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de 
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hongrie 
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 Quicherat a. a. 0., p. 71, bringt diese Sendung nach Ungarn 
in Verbindung mit der heiligen Elisabeth, welche bekanntlich Schwester 
des Königs Bela von Ungarn war und andererseits mit dem Dome von 
Cambrai in der Beziehung stand, dass sie bei der Herstellung der Kreuz- 
schiife im J. 1227 bedeutend beisteuerte, weshalb ihr nach ihrem Tode 
(1231) auch im J. 1239 in derselben Kathedrale eine Kapelle gewidmet 
wurde.
        

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