Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954239
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Französische 
Gothik. 
schon weil sie nicht ausgeführt ist, nicht in Rechnung 
bringen; allein es ist auch zweifelhaft, 0b sie mit ihrer 
zwar überaus mächtigen und eonsequeilten, aber doch ab- 
stracten Durchführung des Spitzbogens der frischen Kraft 
der Fagade von Rheims vorzuziehen sein würde. 
Ausser diesen Bauten, Welche ich zusammengestellt 
habe um ein Bild der fortschreitenden Eiltwickcllmg zu 
geben, wurden aber unzählige andere unternommen. Der 
Bischof von Auxerre wurde nach der Bemerkung eines 
Chronisten im Jahre 1215 zumgNeubau des Chors seiner 
Kathedrale dadurch bestimmt, dass er von Erneuerung der 
Kathedralen an allen Orten hörte, und (lies Gerücht war, 
wenigstens wenn man es auf den ganzen Umfang unserer 
Epoche bezieht, volle Wahrheit. Fast keine Kathedrale 
blieb unverändert, an den meisten wurden umfassende Neu- 
bauten vorgenommen. Einige Daten, sämmtlich aus den 
Provinzen, die ich in diesem Kapitel im Auge habe, mögen 
hier noch zusätzlich eine Stelle linden. An der Kathedrale 
zu Cambray wurde von 1230 bis 1251 der neue Chor, 
nach dem Plane des Villars de Honneeourt, von dem ich 
weiter unten zu sprechen habe, gebaut. Die Kathedrale zu 
Chälons an der Marne brannteim Jahre 1230 ab und 
wurde in 
erst 1399 
gewaltigen Dimensionen neu 
vollendet. 'l'l1eile des Chors 
begonnen, jedoch 
und die westlichen 
Pfeiler stammen noch aus dieser Epoche, der grössere 
Theil des glänzend ausgeführten Gebäudes gehört der fol- 
genden an. Die Kathedrale St. Gatien zu Tours wurde 
schon im Jahre 1168 durch Brand beschädigt und von 
1170 bis 1'266 Chor und Kreuzschiß vollendet; die Formen 
zeigen indessen genau dieselbe Behandlung wie die in Folge 
der Beschädigung durch einen Sturm im Jahre 1224 neu 
erbaute Kirche St. J ulien derselben Stadt, kantonirte 
Säulen mit stumpfen Spitzbögen und schweren Profilen,
        

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