Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954165
Werke 
des 
Peter 
VOll 
Montereau. 
137 
den Jahren 1239 bis 1244 gebaut hatte, ein einschiffiger 
Saal, 115 Fuss lang, 30 Fuss breit, 48 Fuss unter den 
Schlusssteinen hoch, mit reich gegliederten XVandsäulen, 
zwischen denen Wiederum gewaltige Fenster von der gan- 
zen Breite des Raumes sich öffneten. Die Aufgabe, die ganze 
Tragekraft in die Strebepfeiler zu legen und im Inneren 
nur leichte Anmuth zu zeigen, War in so kühner und ge- 
schmackvoller Weise gelöst, dass selbst die späteren 
Schriftsteller nur mit Bewunderung davon sprechen. Kann 
man dies Gebäude als eine Vorarbeit zu jener Schlosska- 
pelle betrachten, so wird das andere als eine wirkliche 
Nachahmung, namentlich des oberen 'l'heiles derselben, ge- 
schildert. Es War ebenfalls eine der heiligen Jungfrau ge- 
widmete Kapelle, nur in den Verhältnissen von der des 
Schlosses abweichend, indem sie 100 Fuss lang, aber nur 
29 Fuss breit und 47 Fuss hoch war  Aber auch sonst 
fand der schöne Bau der Pariser Schlosskapelle Nachah- 
mung. Ob die erzbischöfliehe Kapelle zu Rheims, 
nahe bei dem Dome, eine solche, oder ein gleichzeitiger 
oder etwas früherer, aber nach demselben Gedanken an- 
gelegter Bau ist, mag dahin gestellt bleiben. Auch sie 
besteht aus einem unteren, aber mehr kryptenartig gehal- 
tenen Raume und der schlanken eigentlichen Kapelle, beide 
mit schmalen Krcuzgewölben bedeckt, jener durch rund- 
bogige, dieser durch hohe, spitzbogige Fenster ohne Maass- 
Werk beleuchtet. Das Ganze ist einschiflig mit polygonem 
Chorschlusse, äusserlich mit Strebepfeilern besetzt, die sich 
in verschiedenen Absätzen verjüngen aber ohne Fialen 
schliessen, und denen die wohlgebildeten Wandpfeiler des 
a) Vgl. Dom Bouillart, Hist. de Pabbaye de St. Germain, pag. 
123 und 126, wo auch Ansichten beider Gebäude, allerdings in unge- 
nügender Weise, gegeben sind. Die Kapelle wurde 121-1 begonnen, 
1255 geweihet. Sie hatte keine Krypta.
        

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