Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-954068
Kathedrale 
Zll 
Troyes. 
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Kernes mit acht Halbsäuleu besetzt und überhaupt strenger 
und von jenen oberen Theilen abweichend behandelt sind. 
Eben solche Pfeiler stehen im geraden Theile des Chores, 
während die Mauern der Rundung durch Rundpfeiler mit 
zwei (nicht vier) freiangelegten kleineren Säulen, die Ge- 
wölbe des SeitenschiHes Wie in Chartres durch achteckige 
Stämme mit vier runden Halbsäulen getragen werden. Es 
scheint hienach, dass der Bau mit der Fundamentirung 
und Anlage aller Hauptpfeiler begonnen, und dann erst die 
Vollendung des Chores erfolgt ist , bei der man nun die 
erwähnten ungewöhnlichen Formen anwandte. 
Auch sonst wurde der kantonirte Rundpfeiler nicht 
überall angewendet, man versuchte sich auch in anderen 
Formen. Der Chor der Kathedrale von Auxerre, im 
Jahre 1215 begonnen und 1'234 soweit vollendet, dass 
der Bischof darin begraben werden konnte, hat durchaus 
verschiedene Stützen; Rundsäulen nicht bloss an der Run- 
dung selbst, sondern auch im geraden 'l'heile, daneben 
aber kantonirte Säulen und neben dem grossen Pfeiler an 
der Vierung des Kreuzes einen Wirklichen Bündelpfeiler 
von schlanker Gestalt. Ein rhythmischer Wechsel wird 
dadurch nicht erreicht, es scheint fast, dass die Meister 
über die zu wählende Form unschlüssig waren.  
Aehnliche Spuren des Suchens bemerkt man an der 
Kathedrale von St. Omer, an der wenigstens der Chor 
aus den ersten Decennien des dreizehnten Jahrhunderts 
stammt. Er hat neben dem Umgange drei radiante Ka- 
pellen von bedeutender Weite. Die rundbogige Arcatur, 
welche am Fusse der Wände hinläuft, die derbe Profili- 
rung der Bögen und Gurten, die Oberlichter, Welche aus 
drei neben einander gestellten Lancetfenstern bestehen, das 
hohe , aber einfache Triforium, die flache weit ausladende, 
zum Theil mit dem Eckblatt versehene Basis , die eigen-
        

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