Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-953960
Rheims, 
Amiens 
und 
Beauvais. 
117 
Schiff zu ihrem Aufenthalte gedient, bei der jetzigen brei- 
teren Anlage des Kreuzseilißes konnte auch dieses dazu 
benutzt werden, und das Langhaus bedurfte daher nun nicht 
mehr so grosser Ausdehnung. Der Meister von Rheims zog 
indessen das Kreuzsciliff zum Gebrauche des Chor-es ileran 
und gab daher dem Langhause noch zehn Arcaden, wäh- 
rend der Chor bis zum Beginn der Rundung nur drei er- 
hielt. Die Meister von Chartres und Amiens hielten es 
mit Recht für angemessener, den Chor östlich von der 
Viernng des "Kreuzes beginnen zu lassen, verschafften sich 
nun aber den grösseren Raum, dessen derselbe nach den 
Anforderungen des Cultus bedurfte, auf Kosten des LangÄ 
hauses, welches sie ungefähr dem Chore gleich aus nur 
sechs Arcaden bestehen liessen. Diese Anordnung hatte 
indessen den Nachtheil, dass sie die Kreuzgestalt verdun- 
kelte und der Breite ein zu grosscs V erhältniss gegen die 
Länge gab, Weshalb denn die späteren Meister in der Regel 
dem Langhause wieder eine grössere Arcadenreihe gaben. 
In Beziehung auf die Anordnung des Chors selbst finden 
sich mehrere Verschiedenheiten. In N. D. von Paris hatte 
die ganze Kirche und also auch der Chor doppelte Seiten- 
schifife. Die späteren Meister fanden mit Recht diese breite 
Anlage des Langhauses überflüssig und naehtheilig und 
begnügten sich daher hier mit einfachen SeitenschiHen. 
Dagegen behielt man an dem graden Theile des Chors die 
doppelten Seitenschilfe bei, ohne Zweifel zunächst um 
grösseren Raum zu Umzügen zu erhalten. In Rheims fand 
man es sogar bequem, diesem Theile des Chors dieselbe 
Breite zu geben wie dem Kreuzschiffe, so dass die Mauer 
hier Wie in N. D. von Paris bis zur Rundung fast in einer 
Flucht fortlief und das Kreuzsehiff nur durch seine grössere 
Höhe sich kenntlich machte. Die Architekten der drei 
anderen 
Dome, 
und 
nach 
ihrem 
Beispiele 
die 
meisten 
der
        

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