Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-953726
Kathedrale 
V01] 
Senlis. 
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"tiglaeit für die sehr mittellose Kirchenfabrik auf d); aus 
dieser Bauzeit dürfte der halbkreisförmige Chorumgang mit 
den rrmdbogigen Kapellen herstannneil. Das Schiff mit 
quadraten Gewölben, Gallerien über den Seitenschilfen, ab- 
wechselnden Pfeilern und einfachen, ziemlich schlanken 
Säulen, wird seiner Anlage nach gegen das Ende des 
Jahrhunderts entstanden sein, auch die Facade deutet auf 
diese Zeit hin. Bedeutende Beschädigungen, Welche die 
Kirche im Jahre 1304 durch einen Blitz erlitt, erklären die 
augenscheinlicheil Veränderungen der Obertheile des Schiffes. 
Bei allen Verschiedenheiten dieser Gebäude stehen sie 
doch auf ungefähr gleicher Stufe des Styles. Der Spitz- 
bogen, die Rippenwölbung, das Strebesystem sind c0nse- 
quenter durchgeführt, als in den früher betrachteten Bauten, 
die Verhältnisse sind höher und bedeutender geworden, 
man strebt nach Reichthum und organischer Durchbildung 
aller 'l'l1eile. Aber noch ist viel des Alten beibehalten, die 
Dicke der Mauern und Pfeiler, die Höhe der Kapitale, die 
breite, mit dem Eckhlatt versehene Basis, die schweren 
Gurten und Bogenprolile. Und auch die Neuerungen, die 
starken Säulen, die darauf ruhenden derben Bündel von 
Gewölbdiensten, die gewaltigen Gewölbrippen, selbst die 
Richtung auf grössere Consequeilz und auf reichere Aus- 
stattung und Belebtuig aller Theile führen keinesweges 
dahin, dem Ganzen einen leichteren und zierlicheren Cha- 
 Ec-clesia Sanctaß Mariae Silvanectensis media corruens vetu- 
state innovatur a fundamentis et usque adeo insigne inceperunt 
Opus, quod sine caritate fidelium nunquam potest consnmmari; Gallia 
christ. Vol. X, 001. 1102. In der Grabschrift des Bischofs Theobald 
(1151 _11öö) wird angeführt, qui hanc innovavit eeclesiam. In der 
Grabscln-ift seines Nachfolgers  1183] wird nur gerühmt, dass er die 
Kirche variis ornamentis decoravit, crucifixum novum fecit etc. Er 
liess also wahrscheinlich den Bau, dessen Chor vollendet war, wegen 
Unzulänglichkeit der Mittel liegen. Im Jahre 1191 fand indessen eine 
Weihe statt. Eod. col. 1373.
        

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