Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-953635
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Erste 
Stufe 
des 
Franz. 
gothischen 
Styls. 
eine diamantirte Archivolte, welche zwischen beiden Fen- 
stern einen Zwickel bildet, zu einer Gruppe verbunden. 
Auch die Bögen des Inneren sind alle von Rundstäben ein- 
gefasst, und die Diagonalrippen des Gewölbes bestehen 
schon aus zwei Rundstäben, zwischen denen eine Ecke 
Vortritt. Wir finden daher hier viele Motive, welche denen 
des Meisters von St. Remy und der Stiftskirche von Chälons 
entsprechen, zugleich aber doch manches Abweichende und 
namentlich eine grössere Aneignung antiker Details. 
Um diese Zeit, bald nach der Mitte des zwölften Jahr- 
hunderts, entstand in dieser Gegend eine wetteifernde Er- 
neuerung der Kathedralkirchen, welche Wesentlich zur Förde- 
rung des neuen Styles bcitrug. In erster Reihe sind hier 
die Kathedralen von Paris, Laon, Sens und Senlis zu 
nennen, welche, ungefähr gleichzeitig begonnen, so viele ver- 
wandte Züge zeigen, dass wir ungeachtet der nicht unbe- 
deutenden Entfernung ihrer Lage schon gegenseitige Mit- 
theilungen annehmen müssen. Sie haben alle quadrate, 
sechstheilige Kreuzgewölbe St), dessen ungeachtet aber 
meistens nicht wechselnde Pfeiler und Säulen, sondern 
durchgehend gleiche starke freistehende Rundsäulen mit 
hohen, nicht mehr verschieden verzierten, sondern gleich- 
mässig mit knospenförmigem Blattwerk ausgestatteten Ka- 
pitälen, endlich die attische, durch das Eckblatt verzierte Basis. 
Die Gallerie über den Seitenschiffen fehlt nur in Seus. Bei 
zum 
sehr 
des 
einer grossen Strenge und 
keit der Details zeigen sie 
organischer Durchführung 
Theil selbst Schwerfällig- 
deutlich das Bemühen nach 
Strebesystelns und nach 
F) Die vier genannten Kirchen der Picardie (Noyon und St. Ger- 
mer) und der Champagne (St. Remy und N. D. von Chälons) haben 
zwar jetzt sämmtlich schmale Gewölbe, die indessen wahrscheinlich 
alle [wie es in Noyon und St. Remy unverkennbar ist) jünger sind als 
da: sonstigä Bau. Es ist anzunehmen, dass man bis jetzt nur quadrate 
Gewölbe kannte.
        

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