Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931854
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Romanischer 
Styl 
in 
Sachsen. 
engere und mehr harmonische Verschmelzung derselben mit 
den Pfeilern herbeigeführt wird. 
Viel seltener, als der Gebrauch blosser oder mit Säulen 
wechselnder Pfeiler, ist in dieser Gegend die ausschliess- 
liche Anwendung von Säulen, so selten, dass man fast 
bei den Wenigen Fällen einen Einfluss auswärtiger Bauten 
annehmen möchte. Das früheste Beispiel giebt die kleine 
(jetzt modernisirte, doch noch erkennbare) Kollegiatkirche 
auf dem Moritzberge bei Hildesheim, um 1060 unter 
der Regierung des Bischofs Hezilo von Hildesheim ge- 
gründet. Wichtiger ist die Klosterkirche zu Paulinzelle 
im Schwarzburgischeil , seit 1105 gebaut. Die Reihe 
der schlanken, etwas verjüngten, nicht auf attischer Basis, 
sondern auf einem Wulst und einer hohen, an den Ecken 
abgeschmiegten Plinthe ruhenden Säulen, die einfachen, aber 
durch senkrechte Simse über den Kapitiilen eingerahmten 
Bögen geben diesem Monumente eine grosse Anmuth, die, 
obwohl mit ganz anderen Formen, einigermaassen an den 
ionischen Styl erinnert. Hier können wir nun in der That 
nachweisen, dass der Einfluss einer anderen Gegend ein- 
gewirkt hat. Denn dies, ohnehin an der südlichsten Gränze 
des Sachsenlandes nach Franken zu gelegene, Kloster 
Wurde im Jahre 1105 mit Mönchen aus Hirschau besetzt, 
Welche sich ohne Zweifel die Aureliuskirche ihres Mutter- 
klosters, die in ähnlicher Weise konstruirt ist, zum Vor- 
bilde nahmen. Ausserdem findet sich in den sächsischen 
Gegenden nur noch eine Säulenbasilika, in dem im Anfange 
des zwölften Jahrhunderts M) gegründeten ehemaligen 
Augustinerkloster Hamersleben, unfern Wegeleben im 
Ü Puttrich a. a. O. Abth. I. Bd. 1. Serie Schwarzburg. 
ü") Nach Meibom Scr. rar. Germ. III. p. 353. im Jahre 1108. 
Vergl. auch eine Beschreibung im Hannöverischen Magazin 1850, S. 66, 
und im Deutschen Kunstblatt 1850, S. 157.
        

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