Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931816
72 
Romanischer 
Styl 
in 
Sachsen. 
gestatteten Basiliken bestanden gewiss stets sehr viele mit 
einfachen viereckigen Pfeilern; Wahrscheinlich sind sie 
nur desshalb nicht in grösserer Zahl auf uns gekommen, 
Weil man bei den reicher ausgestatteten und solideren Bauten, 
mithin gerade bei denen, Welche den Jahrhunderten Wider- 
stand leisteten, gewöhnlich Säulen anzuwenden pflegte. 
Bei den einfachsten Kirchen dieser Art sind die Pfeiler 
blosse Mauerstücke mit einer bald bloss abgeschrägten, 
bald attisch gestalteten Basis und einem einfachen Gesimse. 
S0 {indet es sich in der freilich sehr rohen, jetzt verfallen- 
den Kirche zu Walbeck, östlich von Helmstaedt (1011), 
in den benachbarten Klosterkirchen von Marien thal und 
Marienberg und in der Klosterkirche von Vcssera in 
der Grafschaft Henneberg (um 1050)  Auch der Dom 
zu Bremen war, wie die noch wohl erhaltenen unteren 
Theile des Langhauses ergeben, bei dem durch Erzbischof 
Adalbert um 1050 ausgeführten Bau, eine Basilika mit ein- 
fachen Pfeilern äiiö). Dass diese Einfachheit nicht immer 
der Beweis eines höheren Alters ist, ergiebt sich aus der 
mächtigen, mit vier 'l'hürmcn im Aeussercn reich ausge- 
statteten und dennoch im Inneren in diesem einfachen Style 
angelegten Liebfrauenkirche zu Halberstadt, welche 
nach neueren Ermittelungen erst in den Jahren 1135 bis 
ß) Puttrich, 
und II. 
Serie 
Mühlhansen 
22 
und 
Taf. 
Uebersicht 
 Die Geschichte dieses wichtigen Gebäudes, das aus jener oben 
bezeichneten Bauzeit noch die Krypta und die Arcaden des SchiiTes, 
im nördlichen Seitenschiffe und im Chore Erneuerungen vom Anfange 
des 13. oder Ende des 12. Jahrh., dann aber auch bedeutende Ver- 
änderungen aus dem 14. Jahrh. enthält, ist noch gar nicht aufgeklärt, 
da Rotermund (Geschichte der Domkirehe von Bremen, 1829) das 
Baugeschichtliche ganz unerörtert lässt. Die nicht uninteressanten die- 
sen Bau betreifenden Chronikenstellen findet man bei Fiorillo Gesch. 
der zeichnenden Künste in Deutschland, II, 106.
        

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