Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931804
Hildesheim. 
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gehört das jetzige Gebäude mit seinen bewundernswürdig 
ausgeführten Ornamenten im Wesentlichen an. Allein den- 
noch sind einzelne Säulen des alten Baues stehen geblieben, 
die, als solche durch ihre Schmucklosigkeit und geringere 
Höhe erkennbar, beweisen, dass er schon ursprünglich 
dieselbe Anlage Wie jetzt hatte. Vollständig erhalten ist 
dagegen die im J. 1133 geweihete Godehardskirche, in 
welcher sich Wiederum dieser Styl, aber nun in reichster 
und schönster Entwickelung und mit einer ungewöhnlichen, 
weiter unten näher zu erwähnenden Choranlage zeigt. 
Dieselbe Anordnung zwiefacher Säulen zwischen den Pfei- 
lern findet sich auch in den später zum Gewölbebau um- 
gestalteten Stiftskirchen von VVunsdorf t?) und Gan- 
ldersheim, in der benachbarten Klosterkirche von Klus 
(1124), und endlich weiter westlich nahe an der Weser 
in der im Jahre 1091 gegründeten Benediktinerkirche Burs  
felde, unfern Karlshafeu  
Neben diesen mit wechselnden Säulen und Pfeilern aus- 
 Vgl. Hannövefsches Magazin 1850, S. 78 und 93, und Deut- 
sches Kunstblatt 1850, S. 164. 
M) Eine Nachricht über dieselbe im Kunstblatt 1848 und in den 
Ephemeriden der Wiener Bauzeitung 1848, S. 57. Sie hat, wie die 
Kirche von Frose, kein Kreuzschid, sondern drei fortlaufende Schiffe, 
die aber särnmtlich (nicht bloss wie dort das Mittelschiff) mit Nischen 
geschlossen sind. Hier wie dort sind in Westen zwei Thürme, zwi- 
schen denselben eine auf einer Mittelsäule ruhende Emporkirche. 
Würfelkapitäle mit einfacher Randverzierung und der Schachbrettfrics 
bilden auch hier die Ornamentatinn. Der Wechsel von Pfeilern und 
Säulen ist nicht ganz regelmässig. Die ersten fünf Arcaden ruhen, wie 
in Frose, auf 4 Säulen und einem die Mitte der Gruppe bildenden 
Pfeiler, dann aber folgen nach dem Chore zu noch zwei Pfeiler, der 
zweite zugleich als Scheidewand der drei Nischen dienend. Offenbar 
ist diese Unregelmässigkeit beabsichtigt, um beim Mangel eines Kreuz- 
schiffes der Chornische eine Art Vorhalle zu verschaffen. Die Zwischen- 
wand, welche das Mittelschiff als Chor von den Seitenschiffen trennt, 
ist durch eine darauf gestellte Galerie von kleinen Säulen sehr eigen- 
xhiimlich und reich geschmückt.
        

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