Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931793
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Romanischer 
Styl 
in 
Sachsen. 
Eine zweite Gruppe von Kirchen ähnlichen Styls, aber 
mit gewissen Eigenthümlichkeiten findet sich weiter west- 
lich, und hat ihren Mittelpunkt in Hildesheim, Wo Bi- 
.sch0f Bernward, dessen ich weiter unten näher zu er- 
wähnen habe, und sein Nachfolger Godehartl schon im 
Anfange des eilften Jahrhunderts Studien dieser Art be- 
günstigten und eine Schule begründeten, welche noch im 
folgenden Jahrhundert in gleicher Weise fortwirkte. Diese 
fortdauernde Thätigkeit und der anwachsende Reichthum 
des berühmten Bischofsitzes sind zwar die Ursache, dass 
wir kein Gebäude besitzen, dass uns den Styl des 11. 
Jahrh. rein erhalten zeigte, indessen lässt sich an mehreren 
derselben noch die ursprüngliche Anlage erkemien, die auch 
in den Bauten des 12. Jahrh. noch beibehalten und nur 
mit reicherem plastischen Schmuck verbunden ist. Auch 
diese Kirchen haben nämlich die gerade Decke und den 
Wechsel von Pfeilern und Säulen, doch so, dass, wie in 
Wester Gröningen und Frose, zwischen jedem Pfeilerpaar 
zwei Säulen stehen  Am Wenigsten hat der vielfach 
übel-baute und veränderte Dom von seiner alten Gestalt aus 
der G-ründungszeit v. J. 1061 behalten, indessen ist auch 
an ihm die ursprüngliche Anordnung noch kenntlich. Die 
eigentlich begünstigte Stiftung Bernwardis war das Mi- 
chaeliskloster, das er im Jahr 1001 gründete. 1015 
konnte er selbst noch die Gruft, 1022 den Chor weihen, 
1033 wurde die Vollendung der ganzen Kirche mit einer 
neuen Weihe gefeiert. Ein im Jahre 1162 stattgefundener 
Brand zerstörte aber diesen Bau so gründlich, dass man 
nach eifriger Herstellung erst im Jahre 1184 zur neuen 
Einweihung schreiten konnte die), und dieser späteren Zeit 
3') Vgl. die Abbildung Band IV. Abth. I. S. 168. 
H) Diese Daten entlehne ich aus einer gütigen Mittheilung des 
sorgsamen Lokalforschers Dr. Kratz, der die darüber in seinen Händen 
befindlichen Urkunden hoifentlich veröffentlichen wird.
        

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