Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931742
Gernrode. 
65 
 
 Q,  
   
Äiäimnmyllrllrlu 1., 
Mm 
  
platte auf allen vier Sei- 
ten eine Vertiefung in 
Gestalt eines mit der 
Spitze nach oben gerich- 
teten Dreiecks einmeis- 
selte und so die Mauer 
nur mit einem der Deck- 
platte entsprechenden Stü- 
cke auf derselben lasten 
liess. Diese zierliche Form 
und die Schlankheit der 
Säulen könnten veranlas- 
sen, dem Bau ein jünge- 
res Alter zuzuschreiben. 
Allein dieser Schluss möchte täuschen. Diese Erfindung 
scheint mehr ein glücklicher Wurf des durch die Neuheit 
angeregten Talents zu sein. Denn im Uebrigen ist die 
Behandlung roh, die Proiilirung der Gesimse 
 von höchster Einfachheit; die feineren Formen 
sind noch mehr aus der Antike entlehnt , als 
in späteren Bauten, die Kapitale mehr korinthi- 
scher Form, die Basen ohne Eckblätter, die 
Genua; Säulcnstämme verjüngt, während die späteren 
'l'heile des Baues das Würfelkapitäl, das Eck- 
blatt, die unverjüngten Stämme haben. Gerade die Schwie- 
rigkeit, die der Baumeister hier in so eigenthiimlicher Weise 
beseitigte, würde durch das VVürfelkapitäl gehoben oder 
vermindert sein. Es scheint daher eher, dass er diese be- 
queme Form noch nicht kannte, als dass er dieselbe über- 
bieten wollte. 
Jedenfalls kann man die östliche Krypta mit ihren ein- 
fachen Pfeilern imd den ganzen westlichen Vorbau mit 
grosser Zuversicht der ersten Bauzeit zuschreiben. Dieser 
IV. 2. Ö
        

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