Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931638
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Romanischer 
Styl 
in 
Deutschland. 
ziemlich rohem Mauerwerk ausgeführt, im Inneren auf 
sechs schlanken, zehn bis elf Durchmesser haltenden, un- 
verjüngten Säulen ruhend. Die Kapitäle sind zum Theil in 
schlanker Würfelform mit zierlichem Rankengeflecht, zum 
Theil Nachahmungen des korinthischen Kapitäls und zwar 
in anderer Weise, wie in Corvey, mit genauerer Ausfüh- 
rung des Blattwerks, dagegen wie- 
derholt sich hier an dem gebälkar- 
_ tigen Aufsatze der Kapitale die dort 
 E vorkommende Verzierung mit Zahn- 
 schnitten k). Die Gewölbe endlich 
 sind Kuppelgewölbe und die daran 
  sichtbaren Kreuzgräten nur im Putz 
 angedleliltet. Ich äverde später daxäauf 
  zurüc ommen ass eine aus (em 
 zwölften J ahrhuhdert stammende Nach- 
 richt von der Mitwirkung griechischer 
 Bauleute bei diesem kleinen Gebäude 
Barholomlule, spricht, deren Erklärung zweifelhaft 
Paderborn. ist. Bei der Nachbarschaft von Cor- 
vey ist es viel wahrscheinlicher, dass 
die dortige Schule die Arbeiter geliefert habe. Wie dem 
aber auch sein mag, so ist doch gewiss, dass man hier 
zwar an den antiken Formen nicht mehr so völlig festhielt, 
wie in Corvey im neunten Jahrhundert, dass man sie 
aber doch noch kannte und noch nicht im eigentlich roma- 
nischen Style baute. Auch die übrigen Bauten aus Mein- 
werk's Zeit, von denen wir Ueberreste haben, entsprechen 
diesem Style nicht. Wir können daher annehmen, dass 
i) Diese Verzierung des Gebälks mit Zahnschnitten findet sich 
auch auf einer Miniatur (die Fusswaschung darstellend) in dem im K10- 
ster Reichenau gemalten Evangeliarium des Erzbischofs Egbert (978- 
993) auf der städtischen Bibliothek zu Trier.
        

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