Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936926
in 
der 
Plastik 
und 
Malerei. 
583 
bilder dienten und jenen griechischen Styl einheimisch mach- 
ten, worauf auch der Umstand deutet, dass der byzanti- 
nische Einfluss vorzugsweise in solchen kleineren Arbeiten 
erkennbar ist Freilich bleibt es dann auffallend, dass 
diese der Natur der Sache nach nothwendig kleine Zahl 
fremder Vorbilder eine so allgemeine VVirkung hervor- 
brachte. Allerdings wurde dies dadurch erleichtert, dass 
die Klosterschulen in Verbindung standen und so die Weise, 
welche in den angeseheneren derselben gelehrt wurde, sich 
weithin verbreiten konnte. Allein dennoch war dies nur 
dadurch möglich, dass jenem fremden Style eine verwandte 
Sinnesrichtung und ein Bedürfniss entgegenkam. Dies ist 
denn aber in der 'l'hat auch wohl zu begreifen. Dem ge- 
bildeten Sinne dieser mönchischen Künstler konnte die 
Haltungslosigkeit und Rohheit der bisherigen Kunstarbeiten, 
namentlich in der Zeichnung der Figuren, nicht entgehen. 
Eine Abhülfe gegen dieses Uebel konnte man nach der 
allgemeinen Tendenz der Zeit nur durch engeres An- 
schliessen an die Tradition, d. i. an römische und altehrist- 
liche Vorbilder erwarten. Da es nun in Deutschland an 
wirklich römischen, vor dem völligen Untergange der an- 
chischer Arbeit (vgraeeo elaboratum opere". Calles, Annales Austriae. 
Lib. VI, p. 371, und Fiorillo, Geseh. d. z. K. in D. I, 95). 
1'] Unter Anderem waren namentlich auch die" Scidenwaaren, 
welche man in dieser Epoche im Abcndlande brauchte, sämmtlich orien- 
talischen Ursprungs, da es im Abendlande Fabriken dieser Art nicht 
gab. Indessen ist nicht erweislich, dass die Muster, die man hier 
fand, einen erheblichen Einfluss auf die abendländische Kunst ausiibten. 
Einige Gewänder aus solchen Stoffen sind noch jetzt erhalten, so na-. 
mentlich das angebliche Chorgewand KarPs des Grossen in der Kath. 
von Metz, andere im Münster zu Aachen, in Chinon, im Maus, in 
Auxerre, selbst in Danzig und in Stralsund. Sie zeigen sämmtlieh 
Thiergestalten, Giraffen, Löwen, Adler in schematischer Zeichnung und 
stammen wahrscheinlich nicht aus dem byzantinischen Reiche, sondern 
aus arabischen Fabriken. S. einige Abbildungen derselben in Caumonts 
Abecödaire (Yarcheolugie 1. Ausg., S. 19 ff.
        

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