Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936885
in 
der 
Architektur. 
579 
Architektur in diesen ist die oben ausführlich erwähnte 
Kirche von St. Front in Perigueux, allein da sie eine ent- 
schiedene Nachahmung jener Mareuskirche ist, so zeigt sie 
eben keine unmittelbare Verbindung mit Byzanz. Wir 
haben schon gesehen, dass diese Kirche nur in der Con- 
struction, nicht in den Details ihrem italienischen Vorbilde 
folgte, und dass sie zwar die Entstehung mehrerer anderer 
Kuppelkirchen in dieser westlichen Gegend von Frankreich 
veranlasste, in denen jedoch der byzantinische Charakter 
sich mehr und mehr verlor, so dass auch von dieser Stelle 
aus kein byzantinischer Einfluss auf die Gesammtentwicke- 
limg des romanischen Styles hergeleitet werden kann. An 
keinem anderen Orte der nördlichen Länder finden wir by- 
zantinischen Baustyl in gleich entschiedener Weise ange- 
wendet. Zwar zeigen einige Kirchen in und um Köln 
Kuppeln, die von Wölbungeir in einer, an byzantinische 
Construction erinnernden Weise getragen werden. Allein 
auch hier erstreckt sich die Aehnlichkeit nicht auf die De- 
tails, und wenn der Construotionsgedanke wirklich aus 
byzantinischen Studien entstanden sein sollte, so ist jeden- 
falls die Ausführung eine selbstständige und abendländische. 
Man ist wohl so weit gegangen, den Gebrauch von Kup- 
peln, der im ganzen Abendlande, in einigen Gegenden sel- 
tener, in anderen häufiger vorkommt, ja sogar die Anlage 
aller Rund- und Polygonbatiten einem byzantinischen Ein- 
flusse zuzuschreiben  Allein bekanntlich hatten die Rö- 
mer schon seit den Zeiten August's Rund- und Kuppel- 
i") 50 namentlich Albert Lenoir in seinem Werke: Architecture 
monastique. Er rechnet schon S. Stefano in Rom und die Rundbauten 
Constantin's zu den Beweisen byzantinischen Styles im Abendlande, 
und giebt also diesem Letzten eine Ausdehnung, die sich nicht recht- 
fertigen Iässt. Er nimmt übrigens (vgl. Annal. archeol. XII, p. 178) 
im Resultat denn doch nur einen geringen, durch die abendländische 
Richtung bald überwundenen Einfluss des Byzantinischen an. 
a7 i:
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.