Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936780
Literarischer 
Verkehr. 
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Constantinopel, verdirbt seinen ohnehin schwülstigen latei- 
nischen Styl mit griechischen Ausdrücken, und auch die 
Angelsachsen lieben es, in ihrer pomphaften Redeweise 
gewisse aus dem Griechischen entlehnte Wörter anzubrin- 
gen k]. Aber dieser eitle Gebrauch beruhete nicht auf tie- 
ferer Kenntniss, nicht auf unmittelbarem Verkehr mit den 
Griechen, sondern nur auf der Ueberlieferung einzelner 
griechischer Worte durch den Gebrauch der älteren Kirche, 
oder auf einzelnen Anführungen der Kirchenväter oder latei- 
nischer Autoren. Die Trennung der Kirchen machte vol- 
lends der literarischen Verbindung ein Ende; man verstand 
sich. nicht mehr  Der Bilderstreit im byzantinischen 
Reiche hatte allerdings, wie ich schon erwähnt habe, die 
Auswanderung griechischer Mönche und ihre Aufnahme im 
Abendlande zur Folge. In Rom wurden ihnen Klöster ein- 
geräumt fügt], noch im elften Jahrhundert linden Wir in der 
Diöcese Toulon ein griechisches Kloster  Allein die 
Bekanntschaft mit griechischer Literatur wurde dadurch so 
Wenig gefördert, dass im elften Jahrhundert sogar die be- 
deutendsten Gelehrten nicht mehr griechisch lesen konnten, 
und die irischen Mönche, welche sich auf dem Festlande 
i") Wie Wilhelm v. Malmesbury in einer ohnehin merkwürdigen 
Stelle im Leben des Aldhelmus bemerkt; Graeci involute, Romani 
splendide, Angli pompatice dicere solent. Id in omnibus anfiquis 
chartis est animadvertendum qnantum quibusdam verbis abstrusis ex 
Graeco petitis deleeteutur. Schlosser, Gesch. d. M. A. II, 2, S. 26. 
M) Felix de Verneilh, Archit. byz. en France p. 126, bringt ein 
Beispiel bei, dass um 1034 zwei griechische Mönche vom Berge Sinai 
im westlichen Frankreich reisten. Allein sie waren nicht Künstler, und 
selbst bei ihrem kurzen Aufenthalte trat Zwist über Glaubensfragen 
zwischen ihnen und ihren lateinischen Brüdern ein. 
 Leo Allatius, de perpetua consensione, Lib. I, c. VI, Nro. 
31 (Colon. Agr. 1648, p. 122). 
1'] Gallia cristiana I, 744. Anno MXL testis fuit (Deodafus 
episcopus] donationis ecclesiae de Auriol monachis graecis.
        

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