Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936701
Porta 
TOHIEIIIH 
in 
Mailand. 
561 
welche der Dankbarkeit ihrer Mitbürger einen Fingerzeig 
geben wollten. Aber es lässt doch darauf schliessen, dass 
der Sinn für die Bedeutung der Kunst schon mehr verbreitet 
war, und dass die neue Richtung der Plastik Anklang fand. 
VVeitere Fortschritte machte die Sculptur freilich zu- 
nächst noch nicht. Wir finden sie in Mailand dreissig 
oder vierzig Jahre später in derselben, ja, fast in ver- 
mehrter Rohheit, und zwar dies an einem Werke, das den 
Ruhm der Stadt verherrlicheil sollte, an der Porta r0- 
mana (1167  1171), welche nach der Herstellung der 
durch Kaiser Friedrich zerstörten Stadt in der neuerbauten 
Stadtmauer angebracht und mit Reliefs verziert wurde, 
welche den glücklichen Einzug der Bürger und ihrer Bun- 
desgenossen darstellten. Dies wird denn auch in langen 
Versen erklärt, der Baumeister, Girardus de Castianego, 
die mit der Aufsicht über den Bau betrauten Beamten 
werden genannt, der Bildner Anselmus wird wieder als 
zweiter Daedalus gepriesen. Aber die Reliefs selbst sind 
von äusserster Rohheit und Formlosigkeit, in Gedanken 
und Absicht sogar weit unter den Reliefs jener vorher- 
genalmten Kirchen 5c]. 
Auch in 'l'0scana war die Plastik, ungeachtet der grös- 
seren Uebung in Marmorarbeiten und der feineren Orna- 
mentik, nicht Weiter vorgeschritten; sie war vielleicht etwas 
regelmässiger, etwas mehr von architektonischen Rück- 
sichten geleitet, aber dafür weniger naiv und ausdrucksvoll, 
und in der Zeichnung der Gestalten nicht einsichtiger. Das 
Taufbecken in S. Frediano zu Lucca, auf dem sich der 
Meister Robert nennt, und welches vielleicht vom Jahr 
1151 ist WF), hat noch unendlich rohe Arbeit, ungeschlachte 
"f! Abbildungen in Giulinfs Memorie di Milano VI, 397 fll, und 
einige bei Aginc. Sculpt. Taf. 26, Nro. 25  27. 
 Rumohr I, 262. Förster S. 10. Dieser will die Jahreszahl 
1151 entdeckt haben, die an sich nicht unwahrscheinlich ist, mir aber 
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