Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936627
vVandmalereieln. 
553 
Jahrhunderts sein. In diese Zeit werden auch noch die 
ältesten unter den vielbesprochenen Wandgemälden der 
Kirche S. Pietro in Grado auf dem Wege von Pisa 
nach Livorno gehören, obgleich Morrona und Rumohr sie 
um das Jahr 1200 setzen  In der That sind einige 
dieser Malereien, namentlich in der Reihe der päpstlichen 
Bildnisse, von späterer, handwerksmässiger Arbeit, dagegen 
scheinen die historischen Darstellungen aus dem Leben der 
Apostelfürsten älter, und haben bei schwacher Farbe und 
ziemlich roher Zeichnung doch einen Anklang an byzanti- 
nische Formbildung. 
In jeder Beziehung bedeutender sind einige Mosaiken 
römischer Kirchen; das bereits erwähnte in S. Clemente 
(vor 1118), und die thcils an und neben der 'I'ribune, theils 
am Aeusseren der Vorhalle von S. Maria in 'l'rastevere 
angebrachten, jene unter dem Pontificat Innocenz II. (um 
1140), diese unter dem Eugeifs IV. (1145  1153) ge- 
fertiget. In den letzten ist selbst die Tracht der klugen 
und thörigten Jungfrauen, wenn die Gestalten mit Heili- 
genseheinen und Krügen wirklich diese Bedeutung haben, 
völlig byzantinisch. In dem ersten ist das byzantinische 
Element gemildert und giebt den lebensfrischeren Zügen 
des erwaehenden italienischen Geistes nur eine höhere 
Würde. Hier ist, soviel mir bekannt zum ersten Male, 
die Verherrlichung der Jungfrau in der Art dargestellt, dass 
sie mit Christus den reich geschmückten 'l'l1r0n theilt. Die 
Gewandung, namentlich des Christus, ist Wohl verstanden 
i) Rumohr I, 345. Ffirster (a. a. O. S. 85) will in diesen Ma- 
lereien, die er freilich nach dem Zeitalter der letzten in der Reihe der 
Bildnisse befindlichen Päpste beurtheilt, nur rohe und handwerksmäs- 
sige Arbeiten einer späteren Zeit erkennen. Indessen unterscheiden 
sich diese in der That von den übrigen Bildern, die gewiss aus einer 
dem Bau der Kirche näher liegenden Zeit stammen. Vgl. einige Ab- 
bildungen daraus bei Rosini Atlas Taf. D.
        

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