Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936572
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Italienische 
Plastik 
und 
Malerei. 
andere byzantinische Werke, welche man im Domschatze 
findet, ungefähr gleichzeitig lüehergebracht sein. Dass auch 
griechische Künstler nach Venedig kamen, hier arbeiteten 
und eine Schule stifteten, wissen wir nicht urkundlich und 
lässt sich auch aus den vorhandenen Werken nicht mit 
Gewissheit 
erweisen. 
Indessen 
ist 
nicht 
unwahrschein- 
lich; der Bau der Marcuskirche im byzantinischen Style 
gab dazu die nahe Veranlassung, der beständige Verkehr 
mit Byzanz erleichterte es in hohem Grade. Dass die Mo- 
saiken der Vorhalle, auf byzantinischen Einfluss schliessen 
lassen, habe ich schon erwähnt. Zweifelhafter ist dies in 
Beziehung auf die in derselben Kirche befindlichen Säulen, 
welche die Kuppel auf dem Hauptaltar tragen, da die hei- 
ligen Geschichten an ihrem Schafte in so starkem Relief 
gearbeitet sind, wie wir es auf byzantinischen Werken 
soviel ich Weiss nicht finden, da sie auch mehr altchrist- 
liehen als byzantinischen Styls und mit lateinischen In- 
Schriften bezeichnet sind  Indessen dürfte bei Berück- 
sichtigung der Verhältnisse von Venedig eine mittelbare 
Einwirkung jener fremden Kunst auch hier anzunehmen sei. 
S0 sehen wir also auf verschiedenen Stellen das Ein- 
dringen byzantinischer Kunst und eine Anerkennung der- 
selben durch die Italiener, zugleich aber auch das Bestre- 
ben der Aneignung ihrer Verdienste und der Bildung eige- 
ner Kunstschulen. Allerdings trat dies zunächst an solchen 
Stellen hervor, wo eine stärkere Berührung mit Griechen 
und griechischer Kunst statt lfand. Aber es lag in der 
Natur der Sache, dass das Gefühl der eigenen Verwilde- 
rung, das Bestreben nach besseren, geregelteren Formen, 
das sich bei Desiderius und Leo zeigte, weiter um sich 
bersetzung des Lanzi (II, S. 11 in der Note] abgedruckt ist. 
dungexx in Le fabbriche piä conspicue di Venezia. Ven. 1815. 
3'] Vgl. Cicognara III, 335. 
Abbil-
        

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