Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936535
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Italienische 
Plastik 
und 
Malerei; 
Steller sich nicht genau unterrichtet hatte; schon in Rom 
hätte er aus den Inschriften in den Kirchen entnehmen 
können, dass vor viel kürzerer Zeit, vielleicht noch vor 
70 Jahren, daselbst Mosaiken gefertiget Waren. Allein 
immerhin bleibt das Zeugniss eines einsichtigen, erfahrenen 
Mannes stehen, dass der Abt von Montecassino, obgleich 
er Rom wohl kannte und sich wohl erkundigt hatte, wo 
Hülfe zu suchen sei, obgleich er Künstler aus der Lom- 
bardei bei sich hatte, die ihm weitere Auskunft geben 
konnten, Arbeiter in Mosaiken nicht näher als aus Byzanz 
erlangen zu können glaubte, dass er diesen Kunstzweig 
in Italien für völlig erloschen und vergessen ansah m). 
Auch beschränkte sich der Kunstverkehr von Montecassixlo 
mit Constantinopel nicht auf diesen Kunstzweig. Denn 
weiterhin, als Desiderius einen Altar durch eine mit 
Gemmen und Email reich verzierte Tafel schmücken wollte, 
sendete er deshalb Wiederum einen der Brüder nach Cou- 
stantinopel, welcher _d0rt vom Kaiser Bomanos sehr gut 
aufgenommen wurde und die Gelegenheit zur Anschaffung 
des nöthigen Materials und zur Ausführung der Arbeit 
erhielt. Dabei ist es denn sehr merkwürdig, dass der, 
zu diesem Zwecke ausgewählte, ohne Zweifel künstlerisch 
gebildete Mönch, die plastischen Gestalten, deren man zu 
dem Werke bedurfte, selbst aus Silber anfertigt und vergol- 
det, die Malereien aber durch griechische Hände, durch 
griechische Kunsterfahrenheit, wie es im 'l'exte heisst, an- 
fertigen lässt SPE). In der Malerei erkannte und benutzte 
id ultra Italiae deperiret, stnduit vir totius prndentiae plerosque mo- 
nasterii pueros eisdem artibus erudiri. 
'14) Muratori 1. e. Diss. 24. hat sich die Mühe gegeben, Leo's hi- 
storische Angaben durch Thatsachen zu widerlegen, und Oicognara 
(II, 46) sucht wenigstens aus italienischem Patriotismus der Stelle ihr 
Gewicht zu entziehen. Richtig würdigt sie Rumohr a. a. O. I, 287. 
 Leo Ost. a. a. O. e. 33. E qnibus (iconibus) decem Praßdic-
        

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