Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936521
Abt 
Desiderius 
Zll 
Monte 
Cassino. 
543 
nicht nöthig; der Abt sandte zwar aus, um geschickte 
Künstler herbeizurufen, aber er bemühte sich nur um Amal- 
fitaner und Lombarden. Die Arnalfitaner mochten vermöge 
der Lage und Handelsverbindungen ihrer Stadt einen Ein- 
fluss griechischer Schule erfahren haben, die Lombarden 
Waren wahrscheinlich nur Steinarbeiter, wie sie die 'l'häler 
am südlichen Abhange der Alpen stets lieferten, die eher 
von deutscher als von byzantinischer Weise berührt sein 
konnten. Nach Rom wandte sich der Abt zu diesem Zwecke 
nicht, Wohl aber war er zuvor in Person dahin gereist, 
um Säulen, Basen, verzierte Gebälkstücke und farbigen 
Marmor zu kaufen. Man sieht, Rom war die Fundgrube 
antiker Fragmente für Nahe und Entfernte, es lieferte aber 
noch keine Arbeiter. Endlich war der Bau soweit vorge- 
schritten, dass man an die feinere Ausschmückung, nament- 
lieh an Musivgemälde in der Chornische und Vorhalle und 
an Belegung des Fussbodens dachte. Zu diesem Zwecke 
sandte der Abt nun wieder Boten nach Byzanz, um Künst- 
ler zu miethen, die in beiden Arten der Arbeit erfahren 
waren (artitices- peritos in arte musaria et quadrataria). 
Bei dieser Gelegenheit macht denn nun der Chronist eine 
Anmerkung, die von den Schriftstellern der italienischen 
Kunstgeschichte viel besprochen und in der That nicht un- 
wichtig ist. Der Abt habe, sagt er, die jungen Leute des 
Klosters sämmtlich in diesen Künsten unterrichten lassen, 
damit Italien, wo die Uebung derselben seit fünfhundert 
und mehr Jahren unterblieben sei, ihrer nicht ferner ent- 
behre ü). Es ist unzweifelhaft, dass der kirchliche Schrift- 
(Cubitus), auf jeder Seite standen 10 Säulen. Auch eine Vorhalle 
(atrium, quod nos Romana consuetudine Paradysum vocamus) wurde 
angelegt, mit der Länge von 771l2; einer Höhe aber nur von 1515 Ellen. 
a) Leo a. a. O. c. 
quingentis et ultra jam 
29. Et quoniam artium istarum ingenium a. 
annis magistra Latinitas intermiserat, ne sane
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.