Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936465
Ungleichheit 
der 
Leistungen. 
537 
später ist, bedeutend unterscheiden und den altchristlichen 
Charakter tragen, und die daher unmittelbar dem ersten, 
im Jahr 1008 begonnenen Bau gefolgt sein werden, be- 
weisen, dass in diesen Gegenden die alte Tradition und 
der Kunstsinn sich noch länger erhielten. 
Allein alle diese Fälle erscheinen als Ausnahmen, wäh- 
rend wir in den meisten Monumenten schon unmittelbar nach 
der Zeit Karfs des Grossen und Leols III. den beginnen- 
den und später immer mehr wachsenden Verfall beobachten 
können. Schon die Mosaiken der Tribune in S. Prassede 
in Rom, Welche von Paschalis I., also um 820, gestiftet 
Wurden, unterscheiden sich sehr nachtheilig von den frü- 
her  erwähnten durch Leo III. gestifteten Mosaikbildem; 
sie haben noch den altchristlichen Typus, aber schon dicke 
und auffallende Umrisse und unverständige Schatten  
In noch höherem Grade zeigt das Elfenbeinrelief, welches 
zufolge der barbarischen Inschrift der Herzogin Agiltruda, 
Gemahlin des nachherigen Kaisers Guido von Spoleto, als 
Stifterin des Klosters, im letzten Viertel des neunten Jahr- 
hunderts überreicht War, die weiter vorgeschrittene Rohheit, 
wie Rumohr sagt, das allererdenkliehste Ungeschick wer). 
In den Miniaturen können wir neben dieser Rohheit des 
Sinnes illlCll noch den Mangel jeder Schule erkennen. Zu- 
Weilen finden sich noch Spuren unmittelbarer Entlehnung 
aus antiken Vorbildern. S0 in dem Calendarium der Lau- 
IßIllZlüIllSßllBll Bibliothek zu Florenz, wo die Stellungen 
noch manchmal statuarische Einfachheit haben, und in dem 
Virgil der Vaticana, dessen Zeichnungen im elften Jahr- 
ß) Th. 111, s. 505. 
 Rumohr I, 239. Beschr. Roms 
Basiliken des christlichen Roms, Tab. 30. 
III1 
251. 
Bumsen, 
die 
 Rumohr a. a. O., S. 241. Eine jedoch 
stische Abbildung daraus bei Aginc. Sc. XII, Q6. 
charakteri- 
weniger
        

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