Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936440
Ungleichheit 
der 
Leistungen. 
535 
e Celso in Verona finden wir eine dreifache Schicht auf 
erneuertem Bewurf über einander angebrachter Malereien, 
von denen die spätesten, da schon die ersten nicht wohl 
früher als in's achte Jahrhundert gesetzt werden können, 
wahrscheinlich dem zehnten Jahrhundert, einer Herstellung 
nach der Verwüstung der Kirche durch die Ungarn, zuzu- 
schreiben sind. Auch diese tragen noch immer den, wenn 
auch etwas entstellten Typus der Mosaiken, längliche Fi- 
guren, freie würdige Bewegungen, antike Gewandung und 
die hohlen Wangen, welche diesem 'l'ypus eigenthümlich 
sind  Sie unterscheiden sich sehr vortheilhaft von den 
Arbeiten des elften und selbst des zwölften Jahrhunderts. 
Auch die künstlerische Wirksamkeit einzelner Italiener in 
den nordischen Ländern lässt darauf schliessen, dass das 
natürliche Talent des begabten Volkes und die alte künst- 
lerische Tradition noch nicht alle Kraft verloren hatte. Dahin 
gehört zunächst jener Johannes, Welchen Otto III. nach 
Deutschland rief rund dessen Malereien im Münster zu Aachen 
Bewunderung hervorriefen M). Ferner jener schon er- 
wähnte Abt Wilhelm von St. Benigne in Dijon, der, ein 
geborner Lombarde, die Kunst in Frankreich eifrigst be- 
förderte lllld zu seiner Unterstützung Künstler aller Art aus 
seinem Vaterlande zu sich kommen liess ißti"), und jener 
italienische Maler Transmundus, welchen Erzbischof 
Adalbert von Bremen noch in der zweiten Hälfte des elf- 
ü) Abbildungen bei Orti Manara, PAntica capella presso 1a chiesa 
di S. Nazaro e Oelso. Verona 1841. Rumohr (I, 194] will sie mit v. 
d. Hagen (Br. in die Heimath II, 62) in die Zeit vor Karl d. Gr. se- 
tzen, woran aber jene dreifache Wiederholung der Malerei hindert. 
H) Qua probat arte manum, dat Aquis, dat cernßre planum, 
Picta domus Caroli, rara sub axe poli. 
in seiner Grabschrift bei Fiorillo, G. d. z. K. in Deutschland I, 76. 
S0 
oben 
Siehe 
284.
        

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