Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-936092
500 
Sculptur. 
Ueberdies scheinen gerade solche kleineren Arbeiten aus 
byzantinischen, oder vielleicht auch aus frühen italienischen 
Werkstätten, häulig durch den Handel in die nordischen 
Länder gekommen zu sein, wenigstens finden sich hier 
zahlreiche Elfenbeinschnitzwerke, welche der Antike noch 
sehr nahe stehen und zugleich eine Gewandtheit der Tech- 
nik zeigen, die wir bei den klösterlichen Arbeiten aus der 
Frühzeit dieser Epoche nicht voraussetzen dürfen. Dahin 
gehören unter anderen einige Reliefs in der Würzburger 
Universitätsbibliothek, zum Theil mit griechischen Bei- 
Schriften, auf denen die heiligen Gestalten in guten Pro- 
portionen und mit sehr reinem Faltenwurf, zum Theil auch 
in byzantinischer Tracht gegeben und unter Schirmdächer 
von feinster liligranartiger Ausarbeitung gestellt sind k]; 
dahin ferner ein ausgezeichnet schönes Relief in der Samm- 
lung des Professors von Beider in Bamberg, auf welchem 
über der Kuppel des das Grabgewölbe Christi darstellenden 
Tempels ein Baum mit tiefausgearbeitetem Laube und Vö- 
geln in seinen Zweigen aufsteigt, wie Waagen im) mit 
Recht sagt, an Schönheit der Erfindung, Reinheit der For- 
men und Feinheit der antiken Gewandmotive ein kleines 
Wunder. Sie alle dürften byzantinischen Ursprungs und 
dem sechsten bis achten Jahrhundert angehörig sein. Da- 
gegen scheint eine Maria mit dem Kinde von ausgezeich- 
neter Schönheit und Freiheit der Behandlung an einem mit 
sehr rohen Miniaturen versehenen Evangeliarium der städ- 
tischen Bibliothek in Leipzig, und der sehr reiche Schmuck 
3') Ausser dem Relief mit dem Martyrium des heiligen Kilian ist 
das mit Christus, Maria und Johannes dem Täufer und das mit dem 
die Jungfrau verehrenden heiligen Nicolaus (Ms. perg. theol. in fol., 
Nro. 66 und Nro. 68) zu nennen. Vgl. Waagen, K. und K. W. in 
Deutschland, I, S. 369. 
Waagen 
116.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.