Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935971
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Miniaturmalerei. 
rakteristik und mit Liebhaberei ausgeführt. 
Element ist also überall vorwaltend. 
Das 
nationale 
Ueber die Entstehung dieses Styls habe ich mich schon 
geäussert. Er kam um die Mitte des elften Jahrhunderts, 
also nach den vorherrschenden Dänenkriegeil auf, und er- 
hielt sich bis um die Mitte des zwölften, also noch unter 
der Herrschaft der Normannen. Man sieht daran, dass 
Kriege, selbst der verheerendsten Art, wenn sie auch die 
technische Ausbildung hindern, das poetische Element der 
Völker eher anregen, als unterdrücken, und dass die nor- 
mannischen Sieger hier wie in der Baukunst die herge- 
brachte Weise der Besiegten annahmen, oder doch gewäh- 
ren liessen. Auf das Festland hatte dieser Styl natürlich 
keinen Einfluss, da man dort an vollkommenere oder doch 
künstlichere Formen gewöhnt war. Für die Geschichte 
bildet er aber eine sehr lehrreiche Erscheinung, indem er 
zeigt, wie weit der poetische Geist und die phantastische 
Richtung der damaligen Völker ohne die I-Iülfe, aber auch 
ohne die Hemmung künstlerischer Traditionen sich zu äussern 
vermochte. Derselbe Geist, der sich in den deutschen Mi- 
niaturen anfangs nur im Beiwerk der Initialen und Rand- 
verzierungen verräth und sich in den Darstellungen nur 
mühsam und allmälig Bahn bricht, hat sich hier unmittel- 
bar und ohne die Zucht künstlerischer Schule an die höch- 
sten Gegenstände gewagt. Allein wenn seine naive Poesie 
hier auch anregend und erfreulich ist, fühlen wir doch, 
dass ein Fortschritt auf diesem Wege mcht möglich war, 
und dass es erst einer tieferen Durchdringung des Stoffes 
und der Form bedurfte, um zu wirklich künstlerischen Lei- 
stungen zu gelangen. 
Die Kenntniss 
um so wichtiger, 
Epoche 
Mangel 
der Miniaturmalerei ist für diese 
weil sie uns einigerqnaassel] den
        

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