Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-931370
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Erste 
Epoche. 
reimartige Cantilena mit einzelnen Anfängen metrischen 
'l'onf'alles 9c). In andern Fällen kommt auch zufällig ein 
Gleichklang in die Feder des Schreibers, der ihn reizt, ähn- 
liche Gleichklänge zu suchen; er schaukelt sich in diesem 
angenehmen Wechsel und wird aus Wohlgefallen daran 
geschwätzig. Vor Allem sind es kriegerische Ereignisse, 
ritterlicher Prunk, die in solcher Weise gefeiert werden sie). 
Man sieht in diesen kleinen Zügen den Geist der Unruhe, 
der einer neuen Gestaltung der Verhältnisse vorherzugchen 
pflegt, und vorläufig, bis er zum eigenen Gestalten kommt, 
die Harmonie des bisherigen Zustandes trübt. 
Nachdem wir so die Verschiedenheit der Völker und 
den allgemeinen Entwickelungsgang innerhalb dieser Epoche 
betrachtet haben, bleibt mir noch übrig, einen Blick auf die 
Zustände des P rivatlebens zu werfen. Zwar haben wir 
darüber 
HUT 
spärliche 
Nachrichten , 
aber 
diese 
ergeben 
Zllf 
ü) S0 spricht der Bischof Giraldus von den widerwärtigen Schick- 
salen König Heinrichs II. von England. Da sagt er denn mitten in 
seiner gehaltenen Prosa: Unde habere debuerat gaudium, inde gladium, 
unde securitatem, inde securim, unde pacem, inde pestem. [Wovon 
er haben sollte Segen, hatte e-r den Degen, wovon Heil, davon das 
Beil, wovon Freuden, davon Leiden.) Ebenso in der Charakterschil- 
derung des Königs; Humilitatis amator, nobilitatis oppressor, superbiae 
caleator. (Der Niedrigkeit Wohlthäter, des Adels Unterdrücker, des 
Stolzes Zertreter.) 
H) Guibert v. Nogent U" 1124. Bei Raumer Handbuch merkwür- 
diger Stellen d. M. A. S. 190] schaltet bei der Belagerung von Nicaea 
einen Gesang von 97 Versen ein, in dem er weiter nichts sagt, als 
dass herrliche Thaten verrichtet wurden. In der Lebensgeschichte des 
Bischofs Meinwerk von Paderborn bricht der Schreiber (ein Miinch aus 
dem Anfange des 12. Jahr-h.) bei Erwähnung der Klosterschule, offenbar 
in Erinnerung seiner eigenen Schulzeit, in Reimen aus: Quando ibi 
Musici fuerunt et Dialect-ici, enituerunt Rhetorici clarique Grammatici. 
Quando Magistri artium exercebant trivium, quibus omne studium erat 
circa quadrivium. Viguit Horatius, magnus et Virgilius, Crispus m- 
Sallustius et urbanus Statius. Ludusque fuit omnibus insudare versi- 
bus et dictamiuibus jucurldisque cantibtis.
        

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