Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935802
Die 
Zeit 
Heinriclfs 
471 
Farbe, denn es ist dieselbe, Welche auch auf Gewändern 
vorkommt und offenbar beabsichtigt ist. Auch die Zeich- 
mmg ist zwar fester, aber conventionell, halbverstandenen 
Vorbildern ohne Rücksicht auf die Natur nachgeahmt. Die 
Gestalten sind meist lang und hager, die Köpfe zum Theil 
greisenhaft, mit eingefallenen WVangen und stark hervor- 
tretenden Backenknochen, zuweilen auch in ganz rundem, 
mathematisch geregeltem Oval, die Augen gross und starr, 
die Bewegungen eckig, mit steifer Zierlichkeit oder mit. 
kindischem Ungeschick; die Gewänder mit feingestrichelten 
Falten bedeckt, welche nach Art der antiken Sculpturen die 
Körpertheile bezeichnen sollen, aber der wahren Gestalt 
der Glieder nicht entsprechen oder sie doch vereinzelt und 
ohne richtige Verbindung Wiedergeben. Der Ausdruck ist 
fast immer derselbe; er soll durch WVürde und Ernst im- 
poniren, verleiht aber den Gestalten etwas Leichenhaftes 
oder Verzerrtes. Ebenso sind die Beiwerke ohne alle Rück- 
sicht auf ihre natürliche Gestalt, bloss in unvollkommener 
Nachahmung ihrer herkömmlichen, durch die antike Plastik 
influirteil Darstellung gebildet, die Bäume wie Pilze mit 
breiten, schaufelartigen Aesten ohne Blätter, die Gebäude 
mit wunderlichen Kuppeln gedeckt, die 'l'hiiren und Säulen- 
gänge nach südlicher Weise mit Vorhängen versehen, die 
Sessel und Fussschemel in falscher Perspective. S0 machen 
diese iiliniaturen allerdings einen ähnlichen Eindruck wie 
die byzantinischen, nur dass sie roher sind und den Ueber- 
rest antiker Hoheit, den diese noch hatten, verloren haben. 
Der Ursprung dieser Manuscripte aus der Zeit Hein- 
richls II. ist unzweifelhaft festgestellt, sie enthalten meistens 
eine Widmung des Kaisers oder doch Erwähnung seiner 
und seiner Gemahlin in einer Weise, welche dieselben als 
Lebende voraussetzt de). Griechische Bezeichnungen kommen 
in 
In 
dem 
Codex 
der 
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bei 
Jaeck. 
Nro. 
311 
jetzt
        

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