Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935704
auf 
dem 
Festlande. 
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Stämmen und bei der näheren Verbindung mit Italien die- 
selbe in künstlerischer Beziehung nicht so selbstständig und 
einseitig entwickeln konnten, wie jene einsamen Insulaner, 
so waren sie doch für dieselbe, sowohl in Beziehung auf 
die Eurhythmie der Linien und Farben, als für das phan- 
tastische Element, empfänglich. 
Seit dem siebenten Jahrhundert begannen die Mönche 
der übervölkerten irischen Klöster, theils von frommem 
Eifer und dem Wunsche, die heiligen Stätten zu besuchen, 
theils von altnortlischer Wanderlust getrieben  vereinzelt 
oder in Schaaren das Abendland zu durchwandern. Die 
Verderbniss der Geistlichkeit und die dadurch bedingte 
Verwahrlosung des Volkes machte diese Pilger zu Mis- 
sionarien und Strafpredigern, ihre Sittenstrenge erwarb 
ihnen bei Grossen und Geringen Verehrung. Nicht we- 
nige dieser Iren Wurden heilig gesprochen, St. Kolumban, 
der als Abt von Bobbio bei Pavia starb, St. Gallus, nach 
dem das berühmte schweizerische Kloster heisst, St. Kilian, 
der in Franken wirkte, St. Bataldus, der Schutzpatron von 
Tarent; die Grabstätten dieser Heiligen Wurden nun das 
Ziel ihrer pilgernden Landsleute. Oft liessen sie sich aber 
auch bestimmen, eigene Klöster zu gründen, in Gallien, 
Deutschland, Italien, die sich von nun an und bis in sehr 
späte Zeit aus dem Mutterlande ergänzten, und daher den 
Namen der Schottenklöster erhielten. Im Laufe des zehnten 
Jahrhunderts, wo die 
verheerten, vermehrte 
Dänen Irland 
sich die Zahl 
und Grossbrittannien 
dieser irischen Ein- 
Wanderer auf dem Continente, zu denen auch die in iri- 
scher WVissenschaft und Kunst erzogenen angelsächsischen 
Mönche kamen. Diese Fremdlinge waren aber auf dem 
5'] Natio Scotorum, quibus consuetudo peregrinandi jam paene in 
naturam conversa est. Vita S. Galli II,  47. Pertz Monum. hist. 
germ. T. II, p. 30. (Neander K. G. III, p. 55.)
        

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