Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935533
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Norwegen. 
namentlich zu Borgund, Urnes, Hitterilal und Tind, 
erhalten haben, und von denen die letztgenannte, einer 
darin vorgefundenen Runeniuschrift zufolge, durch den Bi- 
schof Reiner, welcher um 1180 und 1190 auf dem bi- 
schöflichen Stuhle zu Hammer sass, geweiht ist. Die an- 
deren genannten Kirchen werden also dieser gleichzeitig, 
oder  wie die Beschaffenheit ihrer Seulptilren vermuthen 
lässt  älter, möglicherweise nicht Weit entfernt von jener 
Zeit sein, wo König Olaf Kyrre den Bau solcher Holz- 
kirehen in den Landschaften verschrieb. Diese Kirchen 
bestehen alle aus einem 
Sitzen für die Gemeinde, 
quadraten Dlittelraunle mit den 
an den sich auf einer Seite der 
niedrigere, oft halbrund geschlossene Chor, an den drei 
anderen Seiten niedrigere und schmale SeitenschiHe an- 
schliessen, welche dann wiederum äusserlich durch eine 
Art Peristyl, den sogenannten Lop oder Laufgang, um- 
geben sind, der zwar am Boden geschlossen ist, darüber 
aber der Luft zugängliche, lensterartige Oeffnungen hat. 
An diesen Peristyl schliessen sich in Burgund und Iiitterdal 
noch besondere Vorhallen als Eingänge an, Welche dem 
Ganzen gewissermaassen im Grundriss die Gestalt eines 
griechischen Kreuzes geben. Alle diese einzelnen Theile, 
der Umgang, die darüber hinausragenden Seitenschifie, der 
Mittelraum, und mehrere Absätze des aus demselben em- 
porsteigenden Thurmes, sind mit einzelnen schrägen Dä- 
chern versehen, so dass sich in Hitterdal Fünf, in Burgund 
sogar sechs Dächer über einander erheben, und dem Gan- 
zen ein pyramidalisches Ansehen geben. Auch die Fenster 
springen erkerartig vor, und sind mit besonderen kleinen 
Dächern versehen. Der Laufgang ist von den Seitenschiffen 
{S111 in das schlesische Riesengebirge bei Brückeberg versetzt ist, zu 
erwähnen. Auch urennt Minutoli S. 10 noch eine Kirche zu Harum, 
welche maurische Bögen enthalten soll.
        

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