Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930673
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-935470
438 
Norwegen. 
seite einen ruivollendeten 'l'hurmbau, der, wie man es an 
englischen Kirchen oft findet, breiter ist, als das Langhaus 
und so gewissermaassen einen zweiten Kreuzarm bildet. 
In Osten als Schluss des Chores steht eine achteckige 
Halle, wahrscheinlich die frühere Grabstätte des heiligen 
Olaf. Langhaus, Chor und Octogon sind durchweg go- 
thisch, meistens in einem reichen , aber etwas überladenen 
und verderbteil gothischen Style, dem, welcher in England 
am Ende des vierzehnten Jahrhunderts aufkam, in vielen 
Beziehungen ähnlich. Sie werden daher theils nach einem 
Brande von 1328, theils bei dem grossen Reparaturbau, 
der in den Jahren 1474  1500 vorgenommen wurde, ihre 
jetzige Gestalt erhalten haben k). Allein die Kreuzarme 
sind augenscheinlich älter und noch früher ist eine kleine 
Kapelle, welche mit der Kirche durch einen Gang verbun- 
den ist. Mit diesen älteren Theilen haben wir uns daher 
hier zu beschäftigen. 
Ueber das Geschichtliche 
des 
Baues 
wissen 
wir 
nächst, dass im Jahre 1180, als die Verehrung der Reli- 
quien des heiligen Olaf den Dornschatz bereichert hatte, 
der Erzbischof Augustinus oder Eystein die Erbauung einer 
neuen Kirche beschloss. Er brach dabei, wenigstens theil- 
weise, die Marienkirche des Harald Harderaade ab, sorgte 
den verschiedenen Theilen des Baues die Ausgangspunkte des romani- 
schen Rund- und Spitzbogenstyls und der vollendeten Gothik finden, 
und in den Bauformen aller anderen Länder nur Nachahmungen dieses 
einheimisch normannischen Styls anerkennen will. Der Beweis für diese 
ausserordentliohe Hypothese liegt durchweg in der Beziehung der er- 
kennbaren Theile der Kathedrale zu den dürftigen überlieferten Daten. 
Die Widerlegung, soweit sie hier erwartet werden darf, wird zum Theil 
weiterhin gegeben und bei der späteren Betrachtung der übrigens als 
eigenthümliche Aeusserungen des Formsinnes beachtenswerthen jüngeren 
Theile des Doms vervollständigt werden. 
a] Nachrichten über die vielfachen Zerstörungen der Kirche bei 
Minutoli S. 14, 15.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.